Das Rösti-Paradox

Der SVP-Parteichef geht mit dem neuen Parteiprogramm an die Grenzen der Quantenphysik.

Sind die Züge jetzt voll oder leer, Herr Rösti?

Sind die Züge jetzt voll oder leer, Herr Rösti?

(Bild: Keystone)

Christoph Lenz@lenzchristoph

Kann eine Katze zugleich tot sein und lebendig? Ganze Physikergenerationen haben sich diese Frage gestellt. Sie geht zurück auf ein Gedankenspiel des Quantenmechanik-Entdeckers Erwin Schrödinger.

Albert Rösti, SVP-Parteipräsident, hat gestern ein ähnliches Paradoxon entwickelt. Bei der Präsentation des neuen Parteiprogramms sagte er: «Der Alltag in der Schweiz ist geprägt von überfüllten Zügen.» Im Parteiprogramm äussert sich seine Partei aber ganz anders zum Schienenverkehr. Hier heisst es: «Die Auslastung der Züge ist immer noch zu gering.» Die Züge sind also gleichzeitig zu voll und zu leer. 

Was bedeutet dieses Rösti-Paradox? Ist die Volkspartei in neue Grenzregionen der Logik vorgedrungen?

Rösti, immerhin Doktor der ETH, verteidigte das Züge-Theorem gestern energisch: Zwischen Zürich und Bern sei manchmal sogar die 1. Klasse überfüllt. Die Züge, die in seinem Wohnort Uetendorf halten, seien aber meist leer. 

Immerhin wissen die Eisenbahn-Bürokraten jetzt, wo sie den Takt ausdünnen können. Auf der Strecke Bern–Belp–Thun. Vorab in Uetendorf. Der örtliche Gemeindepräsident, ein gewisser Albert Rösti, dankt herzlich!

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