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Das Trauma der Christiane Brunner

Die frühere SP-Bundesratskandidatin Christiane Brunner befürchtet, dass das Parlament am 22. September zwei Männern den Vorzug geben wird. Sie wisse, dass diese Angst «unsinnig» sei, sie werde sie aber nicht los.

«Aber er ist ein Mann»: Christiane Brunner.
«Aber er ist ein Mann»: Christiane Brunner.
Keystone

Brunner führt ihre Befürchtung im Interview mit der Westschweizer Zeitschrift «L'Illustré» nicht nur auf den eigenen Lebenslauf zurück – die Bundesversammlung verwehrte ihr 1993 die Wahl. Sie erinnerte vielmehr an das Schicksal von FDP-Kandidatin Christine Beerli, der 2003 Hans-Rudolf Merz vorgezogen wurde.

Beerlis Nichtwahl sei ein «Trauma» gewesen, sagte Brunner. Das Parlament habe Merz gewählt, «obwohl er hundert Mal weniger erfahren und kompetent war als sie. Aber er ist ein Mann.»

Frauen seien pragmatischer

Man müsse deshalb wachsam bleiben, «auch wenn uns im Idealfall nur die Kompetenzen kümmern sollten.» Aber wer behaupte, die Geschlechterfrage sei überholt, riskiere, sich in einer Situation wiederzufinden, «wo gar keine Frau mehr im Bundesrat sitzt».

Wenn es am 22. September zu einer Frauenmehrheit im Bundesrat komme, sei diese nur vorübergehend. Micheline Calmy-Rey werde sich bald zurückziehen, und die Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf sei ungewiss. Brunner zeigte sich überzeugt, «dass die Frauen die Zeche bezahlen werden, wenn man die Vertretung der Geschlechter nicht mehr thematisiert».

Frauen und Männer funktionierten unterschiedlich, erklärte Brunner weiter. So praktizierten Frauen eine andere, pragmatischere und lösungsorientiertere Politik. «Das sind beachtliche Qualitäten für eine Exekutive.»

SDA/bru

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