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Debatte zu Brustkrebstest: Jetzt reagiert das BAG

Nachdem ein Expertenbericht das Brustkrebsscreening infrage gestellt hat, meldet sich nun das Bundesamt für Gesundheit zu Wort.

Sinnvoll oder nicht: Der Nutzen von systematischen Mammografie-Screenings ist nach einem kritischen Bericht des Swiss Medical Board so umstritten wie nie zuvor.
Sinnvoll oder nicht: Der Nutzen von systematischen Mammografie-Screenings ist nach einem kritischen Bericht des Swiss Medical Board so umstritten wie nie zuvor.
Gaetan Bally, Keystone
Patientenschützer kritisieren, dass die Diagnosen nicht zuverlässig genug seien – manche beurteilen weniger als 500 Röntgenbilder pro Jahr.
Patientenschützer kritisieren, dass die Diagnosen nicht zuverlässig genug seien – manche beurteilen weniger als 500 Röntgenbilder pro Jahr.
Barbara Gindl, AFP
Dank einem solchen Röntgenbild kann Brustkrebs frühzeitig erkannt werden – doch laut der Studie sind 10 Prozent der Befunde fehlerhaft.
Dank einem solchen Röntgenbild kann Brustkrebs frühzeitig erkannt werden – doch laut der Studie sind 10 Prozent der Befunde fehlerhaft.
Barbara Gindl, AFP
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Nun hat sich auch das BAG zu Wort gemeldet. Der Bericht des Swiss Medical Board enthalte keine neuen Fakten, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Mitteilung vom Freitag. In den letzten Jahren seien international verschiedene kritische Diskussionen zu Brustkrebs-Früherkennungsprogrammen geführt worden.

Das Bundesamt halte im Einklang mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und zahlreichen europäischen Ländern an seinen Screening-Empfehlungen fest. Es sei unbestritten, dass mit systematischen Früherkennungsprogrammen Brustkrebs früher erkannt und dadurch besser behandelt werden könne. Damit würden Leben gerettet.

In den Programmen würden zwar auch Krebserkrankungen diagnostiziert, die einen relativ gutartigen und langsamen Verlauf hätten und nicht zum Tod führen würden. Auch sei die psychische Belastung von Frauen nicht zu vernachlässigen, bei denen in der Mammografie ein verdächtiger Befund festgestellt werde, der sich als harmlos herausstelle. In Abwägung aller Faktoren hätten viele Länder jedoch entschieden, systematische Früherkennungsprogramme einzuführen.

Risiko bei ausserkantonalen Programmen

Verbesserungspotenzial sieht das BAG allerdings bei der Qualität. Damit die Programme den höchstmöglichen Nutzen erzielten, sei die Qualität der Mammografien und deren Interpretation von zentraler Bedeutung, schreibt es. «Besondere Unsicherheit» bestehe bei der Qualität von Mammografien, die ausserhalb kantonaler Programme durchgeführt und deshalb nicht kontrolliert werden könnten.

Derzeit arbeite die Verwaltung an einem Vorschlag, wie die Verordnung zur Qualitätssicherung der Programme angepasst werden könne. Das BAG werde dem Departement des Inneren (EDI) Vorschläge dazu unterbreiten. Verbessert werden sollen auch die Datengrundlagen im Rahmen des geplanten Krebsregistergesetzes.

Einen unmittelbaren Bedarf für Anpassungen sieht das BAG nicht. Die wissenschaftlichen Grundlagen zum Nutzen der Brustkrebsfrüherkennung hätten sich nicht verändert, hält es fest. In der Schweiz erkranken pro Jahr rund 5400 Frauen an Brustkrebs. Rund 1400 Frauen sterben jährlich an dieser Erkrankung.

SDA/sly

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