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Der ärgerlichste Schneerekord der Schweiz

Rund 560 Kilo Kokain wurden im letzten Jahr in der Schweiz beschlagnahmt – ein Rekord. Trotzdem bleibt Kokain die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Einer der grössten in der Schweiz je gemachten Kokain-Funde: Polizei Basel-Landschaft, Freitag, 19. Februar 2010.
Einer der grössten in der Schweiz je gemachten Kokain-Funde: Polizei Basel-Landschaft, Freitag, 19. Februar 2010.
Keystone

Im Kampf gegen den Kokainhandel in der Schweiz spannen die Bundeskriminalpolizei (BKP) und mehrere Kantone eng zusammen. Dank eines Informationstausches gelang es, mehrere komplexe Netzwerke der Kokainhändler zu zerschlagen. Das Projekt wird deshalb vorerst weitergeführt.

Die Anstrengungen richteten sich gegen die Netzwerke von Kriminellen afrikanischer Herkunft, die im Schweizer Kokainmarkt eine wichtige Rolle spielten, sagte Michael Perler, Chef der Bundeskriminalpolizei (BKP), am Mittwoch in Aarau an einer Medienkonferenz.

Es gehe darum, die Schweiz als Standort für Kokainhändler möglichst unattraktiv zu machen. Eine Vielzahl von Akteuren prägten Schmuggel und Handel mit Kokain. Gruppen aus Westafrika und der Dominikanischen Republik würden diesen lukrativen Drogenmarkt in der Schweiz beherrschen, sagte Perler.

Die Mehrheit der Verhafteten stamme aus Nigeria, weitere kämen aus Guinea oder Sierra Leone; es seien oft Asylbewerber. In geringerem Masse seien auch Gruppen und Personen aus den Balkanstaaten in der Schweiz aktiv, sagte Perler.

Gezielte Aktionen gegen Netzwerke

Der Informationsaustausch spielt bei der Zusammenarbeit der Behörden die zentrale Rolle. Die im Frühling 2009 gegründete Arbeitsgruppe innerhalb der Bundeskriminalpolizei koordinierte und unterstützte bisher 70 Verfahren im In- und Ausland.

Die BKP, die zum Bundesamt für Polizei (fedpol) gehört, analysiert dabei die eingehenden Informationen von ausländischen, von Interpol und Europol aus, wertet diese aus und stellt sie den Kantonen zur Verfügung.

«Der Kampf geht weiter»

Ziel sei es, neue Ermittlungsansätze zu erkennen und den Druck der Polizei auf den Betäubungsmittelhandel zusätzlich zu erhöhen, erläuterte der BKP-Chef.

Die Kantone können beim Kampf gegen den Schmuggel auch auf die Unterstützung des Grenzwachtkorps und des Zolls zählen. Am gleichen Strick ziehen unter anderem die Kantone AG, BE, LU, SG, SO, NE, VD, TI, SH und JU sowie die beiden Basel.

Das Projekt werde mindestens noch ein halbes Jahr weitergeführt, sagte BKP-Chef Perler. In sechs Monaten werde nochmals eine Bilanz gezogen. «Der Kampf geht weiter», machte er klar.

Rekordmenge an Kokain

Bei den koordinierten Aktionen gegen die Drogenhändler wurden in den beteiligten Kanton bislang mehrere hundert Kilo an Kokain sowie mehrere Hunderttausend Franken an mutmasslichen Drogengeldern sichergestellt.

Zoll und Polizei beschlagnahmten 2009 gesamtschweizerisch rund 560 Kilogramm Kokain. Dies ist gemäss BKP ein neuer Rekordwert. Bei den Drogenkurieren und -händlern habe es sich herumgesprochen, «dass die Schweiz kein gutes Pflaster mehr ist», sagte Urs Winzenried, Kripo-Chef der Kantonspolizei Aargau, vor den Medien.

Die Preise für Kokain seien gestiegen, und die Qualität der Droge nehme ab. Gemäss Bundeskriminalpolizei kostet ein Kilogramm Kokain in der Schweiz 40'000 bis 80'000 Franken. Entsprechend hoch seien die kriminellen Gewinne.

SDA/bru

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