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Der Brückenbauer

Christoph Eymann wurde zum neuen Präsidenten der kantonalen Erziehungsdirektoren gewählt. Der Basler gilt als integrative Persönlichkeit. Gegner kann er auch schon mal in den Senkel stellen.

Kommunikation ist seine Stärke: Christoph Eymann bei der Einweihung der ersten Tagesschule in Basel-Stadt. (Archivfoto)
Kommunikation ist seine Stärke: Christoph Eymann bei der Einweihung der ersten Tagesschule in Basel-Stadt. (Archivfoto)

Der neue Präsident der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) heisst Christoph Eymann. Der baselstädtische Erziehungsdirektor wurde an der Jahresversammlung für eine vierjährige Amtsperiode gewählt.

Mit Eymann übernehme ein erfahrener Politiker und amtierender Präsident der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) das Präsidium, teilte die EDK mit. Er wird sein Amt am 1. November antreten.

Der Basler tritt die Nachfolge der Freiburger Staatsrätin Isabelle Chassot an, welche auf diesen Zeitpunkt die Leitung des Bundesamtes für Kultur übernimmt. Das EDK-Präsidium krönt die lange politische Karriere von Christoph Eymann; danach will der heute 62-Jährige abtreten.

Glaubwürdig und gewinnend

Dass Basel-Stadt politisch grüner geworden ist, ist auch dem Liberalen Eymann zu verdanken: Als Geschäftsführer des Gewerbeverbands verknüpfte er während fast 20 Jahren Umweltschutz mit Aufträgen für seine Klientel, glättete damit bürgerliche Widerstände und ebnete den Weg für kooperative Lösungen - noch bevor der Begriff «Win-win-Situation» in Mode kam.

Eymann hatte 1980 mit einem «Dr.iur.» in der Tasche bei der kantonalen Arbeitgeberorganisation Volkswirtschaftsbund begonnen und 1984 zum Gewerbeverband gewechselt. Seine als glaubwürdig und gewinnend geltende Art führten ihn rasch in die Politik: 1984 ins Kantonsparlament und 1991 in den Nationalrat, den er 2001 nach der Wahl in die Basler Regierung wieder verliess.

Feste liberale Grösse

In der Exekutive übernahm er das Erziehungsdepartement, und diesem steht Eymann bis heute vor. Je nach Thema abwechselnd von Parteien, Lehrerschaft oder Eltern bestürmt, trotzt er unterschiedlichen Widerständen - auch Kampagnen und Schlammschlachten brachten seine Wiederwahl nie in Gefahr. Eymann gehört der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) an, die auf Bundesebene Mitglied der FDP.Die Liberalen ist.

Über das Privatleben des zum zweiten mal verheirateten Vaters dreier Kinder ist derweil einer breiteren Öffentlichkeit wenig bekannt. Er wolle die Funktion in den Vordergrund stellen, nicht die Familie, sagt er im Gespräch.

Entspannung findet der sattelfest-leidenschaftliche Debattierer, der es in der Armee bis zum Hauptmann brachte und heute ein Departement mit rund 5000 Angestellten führt, im eigenen Garten. Er ziehe sich gerne abends auf den Familien-«Landblätz» in Riehen BS zurück, um sich Gemüse, Blumen und Früchten zuzuwenden oder auch nur still den Rehen am Waldrand zuzusehen.

Karriereschritt statt -ausklang

Kommunikation gehört gewiss zu seine Stärken; er habe gerne Leute, sagt er. Mitunter stellt er aber auch einmal einen politischen Gegner plakativ in den Senkel, meist in eleganten Worten. In der Sache verfolgt er seine Ziele ausdauernd und mit Umsicht.

So erklärt Eymann das EDK-Präsidium mit der anstehenden wichtigen Phase: Da die Universitätskonferenz, die er heute leitet, in die EDK integriert werde, sei seine Erfahrung hilfreich. Nochmals kandidieren wolle er nach dieser dreieinhalbjährigen Amtsperiode aber nicht mehr, weder bei der EDK noch für die Basler Regierung.

SDA/kle

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