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Der Graben verläuft zwischen den Zentren und den Vorstädten

Bei der Waffenschutzinitiative wurden die Städte vom Land überstimmt. Den Ausschlag gaben aber die Agglomerationen.

Wo das Dorf auf die Stadt trifft: Tscharnergut in Bern-Bethlehem.
Wo das Dorf auf die Stadt trifft: Tscharnergut in Bern-Bethlehem.

Nicht mehr der Röstigraben, sondern die Stadt-Land-Kluft dominiert die eidgenössischen Abstimmungen. Politologe Claude Longchamp konstatierte am Sonntag den «grössten Stadt-Land-Gegensatz der letzten 20 Jahre». In den Städten stimmten 60 bis 70 Prozent für die Waffenschutzinitiative, in ländlichen Gebieten erreichte der Nein-Anteil bis zu 90 Prozent. Für den Zürcher Politologieprofessor Daniel Kübler verlaufen die Fronten jedoch nicht zwischen Stadt und Land, sondern zwischen den Vor- und Kernstädten. «Es handelt sich nicht um einen Güllengraben. Nur noch ein Viertel der Bevölkerung lebt effektiv auf dem Land.» Als Beispiel für den Vorstadt-Kernstadt-Graben nennt Kübler Zürich. Die Stadt stimmte der Waffenschutzinitiative zu, grosse Agglomerationsgemeinden wie Schlieren und Dietikon lehnten sie ab. Im Kanton St. Gallen blieb die Hauptstadt die einzige zustimmende Gemeinde. Die Stadt Bern war mit 66 Prozent für die Initiative und mit diesem hohen Ja-Anteil die Ausnahme im Kanton, auch wenn noch einige andere Gemeinden zustimmten.

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