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Der Treibstoff des Fortschritts

Heute führen Linke und Umweltschützer die Bewegung gegen AKW an. Früher versprachen auch sie sich von Atomenergie eine paradiesische Zukunft.

«Sie beflügelten die Idee des ewigen Wachstums»: Die Atomenergie wie sie das AKW Mühleberg liefert.
«Sie beflügelten die Idee des ewigen Wachstums»: Die Atomenergie wie sie das AKW Mühleberg liefert.
Keystone

«Die Atomenergie wird in einer blauen Atmosphäre des Friedens aus Wüsten Fruchtland, aus Eis Frühling schaffen», schrieb Ernst Bloch in seinem Werk «Das Prinzip Hoffnung». Was der linke Philosoph in den Fünfzigerjahren mit Pathos formulierte, spiegelt die generelle Haltung der Politik in den beiden ersten Nachkriegsjahrzenten: Atomkraftwerke sollten für die Industriegesellschaft das leisten, was das Penizillin der Medizin gebracht hatte — eine Zeitenwende. «Sie beflügelten die Idee des ewigen Wachstums und versprachen unerschöpfliche, fast kostenlose Energie», sagt der Historiker Patrick Kupper. Ausdruck dieses Fortschrittsoptimismus ist das Atomium in Brüssel, das anlässlich der Weltausstellung 1958 errichtet wurde.

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