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Deza-Chef verteidigt neue Strategie

Wenige Monate vor seinem Abgang macht sich Direktor Martin Dahinden für die Umstrukturierung der Deza stark: Durch die Integration ins Aussendepartement würden sich viele Vorteile ergeben.

Umstrukturierung hat sich bewährt: Martin Dahinden, Direktor der Deza, spricht während der Jahresmedienkonferenz in Bern. (28. Januar 2014)
Umstrukturierung hat sich bewährt: Martin Dahinden, Direktor der Deza, spricht während der Jahresmedienkonferenz in Bern. (28. Januar 2014)
Keystone

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) ist seit einigen Jahren stärker ins EDA integriert (Redaktion Tamedia berichtete). Deza-Direktor Martin Dahinden verteidigt den Schritt: Die Deza verliere dadurch nicht an Autonomie.

Die letztjährige Umstrukturierung habe sich bewährt, sagte Dahinden an der Jahresmedienkonferenz der Deza am Dienstag in Bern. Die Reorganisation war letztes Jahr kritisiert worden.

Insbesondere linke Parlamentarier hatten befürchtet, die DEZA würde an Autonomie einbüssen, werde sie stärker in das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) eingebunden. Die Entwicklungshilfe könne so anderen Interessen untergeordnet werden.

Mehr Mittel für konkrete Projekte

Dahinden betonte, mit der Reorganisation würden vor allem Synergien im administrativen Bereich genutzt, um mehr Mittel für konkrete Projekte der Entwicklungszusammenarbeit einsetzen zu können.

Das Parlament habe zudem vor wenigen Jahren das Budget der Entwicklungshilfe erhöht: Bis 2015 sollen 0,5 Prozent des Bruttoinlandeinkommens für die Entwicklungshilfe aufgewendet werden – eine andere Verwendung dieses Geldes ist ausgeschlossen.

Laut Dahinden zeuge dies davon, dass die Deza nicht weniger autonom sei. Der Direktor verlässt die Deza im Sommer und wechselt als Botschafter nach Washington.

Die neue Strategie sieht unter anderem vor, dass die Deza neben lokalen Projekten den globalen Kontext im Blick behalte und sich vermehrt in Krisenregionen engagiere. Da sei es sinnvoll, dass Diplomatie und Entwicklungshilfe zusammenarbeiteten, sagte Dahinden.

Neue Entwicklungsziele

Eine globale und umfassende Perspektive müsse auch bei der Definition der neuen Entwicklungsziele eingenommen werden, sagte Dahinden weiter. Die UNO will im September dieses Jahres neue Entwicklungsziele festlegen.

Die Entwicklungszusammenarbeit solle sich nicht mehr nur auf die Länder des Südens konzentrieren, wie das bis anhin der Fall war. So würden beispielsweise Nahrungsmittel verschwendet, während viele Menschen hungerten, so Dahinden. Hier gelte es, auch in den Industrieländern anzusetzen, wo rund die Hälfte aller Nahrungsmittel im Abfall landen.

Insbesondere wirtschaftliche und ökologische Rahmenbedingungen seien wichtig für eine nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung der Armut, sagte Dahinden. 2015 endet die Laufzeit der Millenniums-Entwicklungsziele, welche im Jahr 2000 festgelegt wurden. Diese konzentrierten sich vor allem auf den sozialen Bereich.

Kleinbauern tragen zur Demokratisierung bei

Die wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen müssten auch bei der Unterstützung von Kleinbauern beachtet werden. Die UNO erklärte das Jahr 2014 zum internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe. Die Deza unterstützt deshalb vermehrt Kleinbauern, so etwa in Burkina Faso und Georgien.

Willi Graf, stellvertretender Leiter des Direktionsbereichs Regionale Zusammenarbeit, erklärte, familiäre Bauernbetriebe reduzierten die Armut, schüfen Arbeitsstellen und verbesserten die Ernährung. Ausserdem trügen die Kleinbauern zur Demokratisierung bei: Bauernorganisationen hätten in Westafrika nicht zu unterschätzenden Einfluss.

SDA/fko

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