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«Die Behörden legen mir bis heute Steine in den Weg»

Obwohl seit 1981 verboten ist, Menschen ohne Gerichtsurteil wegzusperren, wurde Graziella Salvi 1983 unschuldig in der Strafanstalt Hindelbank interniert. Selbst heute legen ihr die Behörden noch Steine in den Weg.

Graziella Salvi: Trotz jahrzehntelangen Erniedrigungen hat sie das Lachen nicht verlernt.
Graziella Salvi: Trotz jahrzehntelangen Erniedrigungen hat sie das Lachen nicht verlernt.
Jürg Spori

Graziella Salvi wuchs im bündnerischen Domat/Ems auf und tat als Teenager das, was viele Jugendliche tun: Sie klaute hier ein Schoggistängeli, dort ein Mütschli. «Ich habe vor allem gestohlen, weil ich Hunger hatte», erzählt die Tochter eines süditalienischen Coiffeurs. «Mein Vater war sehr streng, gab mir kein Taschengeld und gewährte mir keinen Ausgang – er hatte mich ständig unter Kontrolle», erzählt die heute 49-Jährige in ihrer Wohnung in Bern. Auch Gewalt war im Hause Salvi alltäglich. Weil ihre Eltern ihr alles verboten, riss Graziella Salvi ab und zu von zu Hause aus und übernachtete bei einer Freundin. «Als ich zurückkehrte, verprügelte mich mein Vater jeweils.»

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