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Die Forderungen der Ärzte sind realitätsfremd

BZ-Redaktor Fabian Schäfer zum Seilziehen um Tarmed, den Tarif der ambulaten Versorgung.

Niemand bestreitet, dass die Schweiz eine sehr gute Gesundheitsversorgung hat. Allerdings ist sie auch sehr teuer. Die Kosten und somit auch die Prämien wachsen chronisch stärker als die Teuerung und das BIP. Ein Ende ist nicht in Sicht. Für Haushalte mit tiefen bis mittleren Einkommen nimmt die Prämienlast bedrückende Ausmasse an. Umso wichtiger ist – besser: wäre es, die vielen Milliarden effizient einzusetzen und unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre eine vernünftige Revision des ­Tarmed-Tarifs, mit dem Ärzte und Spitäler ihre ambulanten Leistungen verrechnen. Die Gewichtung der 4600 Tarifpositionen entscheidet darüber, wie jährlich rund 11 Milliarden Franken an Hausärzte, Spezialisten oder Spitäler verteilt werden. Dabei ist der Tarmed veraltet, weshalb die einen Ärzte zu viel Geld erhalten und die anderen zu wenig. Tendenziell werden technische Leistungen – Röntgen etwa – überzahlt. Gleichzeitig sind zum Beispiel die Lohnkosten des Personals der Ärzte unrealistisch tief hinterlegt. Es ist deshalb verständlich, dass ein Teil der Ärzte – vorab Hausärzte – vom neuen Tarif ­höhere Einnahmen erwartet.

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