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Die Schweizer verlieren die Lust am Glücksspiel

Die Casinos kämpfen seit drei Jahren mit Ertragseinbussen. Die Spielbankenkommission macht zwei Gründe dafür verantwortlich. Auch die AHV bekommt die Entwicklung zu spüren.

Ist der Kassenschlager in den Schweizer Casinos: Der Geldspielautomat.
Ist der Kassenschlager in den Schweizer Casinos: Der Geldspielautomat.
Keystone

Die Spielbanken in der Schweiz entrichteten im Jahr 2010 rund 387 Millionen Franken Steuern an die AHV. Das sind 19 Millionen weniger als 2009. Damals waren noch 406 Millionen Franken in die AHV-Kassen gespült worden. 2008 hatten die Casinos gar 437 Millionen Franken an die AHV abgegeben.

Grund für diese Entwicklung sind Ertragseinbussen der Schweizer Spielbanken: Sie erzielten 2010 rund 869 Millionen Franken Bruttospielertrag, wie die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) in ihrem veröffentlichten Jahresbericht schreibt. Dies entspreche einem Rückgang von fast 68 Millionen Franken. Bereits 2009 waren die Erträge im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die ESBK macht vor allem den schwachen Euro und die Rauchverbote für den Ertragseinbruch verantwortlich. In jedem Kanton, in dem das Rauchverbot eingeführt worden sei, hätten dies die Casinos sofort zu spüren bekommen, heisst es bei der ESBK.

Spielautomaten verschlingen Millionen

Die grössten Einnahmen generieren in den Casinos die Geldspielautomaten: 2010 verspielten Glücksspieler dort 704 Millionen Franken; das sind über 80 Prozent des gesamten Bruttospielertrags. An den Tischen erwirtschafteten die Casinos rund 164 Millionen Franken.

Casinos mit einer B-Lizenz lieferten ihren Standortkantonen im Jahr 2010 weitere 63 Millionen Franken Spielbankenabgaben ab. Abgesehen von den Ertragseinbussen zeigte sich die ESBK mit dem Jahr 2010 zufrieden, wie sie schreibt.

44 Inspektionen durchgeführt

Im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit führte die ESBK im vergangenen Jahr 44 Inspektionen durch und erliess 271 Verfügungen. Zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels eröffnete die Kommission 61 Strafuntersuchungen, fällte insgesamt 138 Strafentscheide und schloss 93 Verfahren rechtskräftig ab.

Im Jahr 2010 wurde weiter die Spielbankenverordnung revidiert. Verschiedene für Kursäle – sogenannte B-Casinos – geltende Angebotsrestriktionen wurden gelockert. Weiter existiert neu eine Rechtsgrundlage, damit Tischspiele technisch überwacht werden können.

SDA/ami

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