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Die Städte sind ein teures Pflaster

Wo die Steuern tief sind, lebt es sich nicht automatisch günstiger: Eine Studie zeigt, dass eine tiefe Steuerbelastung durch höhere Wohnkosten oft mehr als wettgemacht wird. Am günstigsten ist es auf dem Land.

Quelle: Credit Suisse
Quelle: Credit Suisse

Wer sich in seiner Wohnortwahl auf rein finanzielle Fakten stützt, verlässt die grossen Städte und zieht aufs Land – selbstverständlich in Pendlerdistanz zu den grossen Zentren. Die Studie der Grossbank Credit Suisse mit dem Titel «Wo lebt es sich am günstigsten?» räumt endgültig auf mit einer falschen Annahme, die sich hartnäckig hält. Laut der Studie fällt für den breiten Schweizer Mittelstand bei der Wahl des Wohnorts die steuerliche Belastung nämlich oft weit weniger ins Gewicht als Fixkosten wie Wohnkosten oder Krankenversicherungsprämien.

Zug nur im Mittelfeld

Das führt dazu, dass im Ranking der Kantone das steuergünstige Zug lediglich im hinteren Mittelfeld rangiert; die hohen Wohnkosten kompensieren die steuerlichen Vorteile. Nach Abzug von Wohn- und Nebenkosten und obligatorischen Abgaben – Steuern, Sozialversicherung, Krankenversicherung – am meisten im Portemonnaie haben die Haushalte im Kanton Appenzell-Innerrhoden, Obwalden und Glarus (siehe Grafik). «Diese Kantone profitieren von einer geringen Steuerbelastung, kombiniert mit tiefen Krankenkassenprämien und tiefen Wohnkosten», erklärt Thomas Rühl, Autor der Studie.

Hohe Fixkosten in Städten

Den Gegenpol dazu bieten die Stadtkantone Genf und Basel-Stadt, welche am Schluss des Rankings und ganz deutlich unter dem Schweizer Mittel liegen. «Die generell hohen Wohnkosten in den Zentren wirken sich in den Budgets der dortigen Haushalte deutlich aus», so Rühl. Dazu kommt, dass die Krankenkassenprämien in städtischen Regionen häufig höher sind als auf dem Land. Schwach schneiden die Westschweizer Kantone ab. «Neben den sehr hohen Wohnkosten entlang des Genfersees spielt hier die Steuerbelastung eine entscheidende Rolle», sagt Thomas Rühl. «Der Steuerwettbewerb spielt in der Deutschschweiz deutlich besser als in der Romandie.»

Solothurn macht Boden gut

Und die Kantone des Espace Mittelland? Sie platzieren sich durchwegs im Mittelfeld, wobei Solothurn (Rang 7, +9 Ränge gegenüber 2006), deutlich vor Freiburg (1 6, +2) und Bern (20, +1) liegt. Bern liegt zwar «nur» auf Rang 20 von 26, das verfügbare Einkommen entspricht laut der Studie aber exakt dem Schweizer Durchschnitt. Die Steuerbelastung liegt zwar über dem Durchschnitt, die Fixkosten aber darunter (siehe Grafik rechts). Der gute Rang von Solothurn erklärt sich damit, dass bei durchschnittlichen Steuerkosten die Fixkosten recht tief liegen. Das ist ein typisches Merkmal von Agglomerationskantonen. «Diese stellen in finanzieller Hinsicht momentan das attraktivste Ziel für einen Wegzug aus den Zentren dar», sagt Studienautor Rühl. Er erwartet aber, dass die Attraktivitätsunterschiede mittelfristig durch steigende Immobilienpreise wettgemacht werden. Zu beachten ist ferner, dass Pendlerkosten (Kosten für öffentlichen Verkehr, Auto, Reisezeit) in der Studie nicht berücksichtigt sind.

Ein riesiger Aufwand

Für die Studie wurde die finanzielle Situation der Schweizer Haushalte mit einem Haushalteinkommen zwischen knapp 40000 und 180000 Franken methodisch ausgewertet. Diese Bandbreite entspricht den mittleren 80 Prozent der Schweizer Haushalte.

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