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Die Umweltsünden der Bauern

Pro Natura bescheinigt den Bauern eine schlechte Energiebilanz. Das müsse sich ändern – zumal jeder Schweizer der Landwirtschaft 354 Franken pro Jahr zahle. Die Organisation unterbreitet Vorschläge.

Tragen offenbar weniger zum Umweltschutz bei, als gemeinhin angenommen: Bauern am Urnersee beim Heuen.
Tragen offenbar weniger zum Umweltschutz bei, als gemeinhin angenommen: Bauern am Urnersee beim Heuen.
Keystone

Pro Natura kritisiert die Schweizer Landwirtschaft scharf: Entgegen der Behauptungen bäuerlicher Kreise sei diese nämlich alles andere als ökologisch. Das Landwirtschaftsgesetz aus dem Jahr 1999 habe keine ökologischen Fortschritte gebracht. Nun brauche es Reformen.

Jeder Einwohner und jede Einwohnerin bezahle jährlich 354 Franken für gemeinwirtschaftliche Leistungen der Schweizer Landwirtschaft, rechnet Pro Natura vor. «Die Rechnung wird bezahlt, doch die Lieferung lässt auf sich warten», sagte Rico Kessler von Pro Natura gemäss Redetext vor den Medien in Bern.

Biodiversität schwindet

Um die Biodiversität und um den Umweltschutz im Kulturland stehe es weiterhin schlecht. Unter anderem bemängelt Pro Natura eine «schlechte Energiebilanz der Schweizer Landwirtschaft».

Der Umweltverband fordert deshalb in der Vernehmlassung des Bundesrates zur Agrarpolitik 2014-2017 Reformschritte in der Agrarpolitik. Nur so könnten Herausforderungen wie Biodiversitäts- und Kulturlandverlust, Klimawandel, Energie- und Ressourcenknappheit angegangen werden.

Pro Natura verlangt Etappenziele

Pro Natura will vom Bundesrat Etappenziele in der Landwirtschaft, welche aufzeigen, wie und bis wann die gesetzlichen Vorschriften und internationalen Verpflichtungen erfüllt werden sollen. Weiter soll der Bundesrat eine Lenkungsabgabe auf Kunstdünger und Pestiziden einführen.

Ohne Freihandelsabschlüsse soll den Bauern ausserdem kein Basisbeitrag zur Versorgungssicherheit ausbezahlt werden. «Ein Wegfall dieser Gelder unter den aktuellen Produzentenpreisen und bei hohem Grenzschutz würde am Anbau wohl nicht viel ändern», ist Pro Natura überzeugt. Stattdessen sollen die Gelder für Biodiversitäts- und Produktionssystembeiträge eingesetzt werden.

Geld an Bedingungen knüpfen

Die über 11 Milliarden Franken an geplanten Direktzahlungen für die Jahre 2014 bis 2017 will Pro Natura nur mittragen, wenn die Agrarpolitik «eine verbesserte Leistungsorientierung aufweist».

Falls die allgemeinen Tierhaltungsbeiträge nicht abgeschafft und keine Umweltziele definiert würden, müsste der «Zahlungsrahmen substanziell gekürzt» werden, fordert Pro Natura. Die Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2014-2017 läuft bis Ende Juni. Der Bauernverband präsentiert seine Stellungnahme am kommenden Dienstag.

SDA/miw

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