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Eingesperrt bei 50 Grad Hitze ohne Wasser

Der Zürcher Tierschutzbund veröffentlicht drastische Bilder von Tiertransporten an der bulgarisch-türkischen Grenze. Und fordert von der EU ein Exportverbot von Tieren in die Türkei.

Erschöpfte und verletzte Rinder und Schafe, verrückt vor Durst – dem Zürcher Tierschutzbund und seinen Partnerorganisationen boten sich an der bulgarisch-türkischen Grenze erschreckende Bilder.

Sie seien immer wieder auf Missstände bei den Tiertransporten in die Türkei hingewiesen worden, sagt Iris Baumgärtner, Projektleiterin beim Tierschutzbund. «Vor allem von den Fahrern selber, die es nicht mehr ausgehalten haben.» Im Herbst 2010 habe man erstmals die Tiertransporte aus EU-Ländern wie Österreich, Bulgarien, Ungarn, Griechenland und Lettland in die Türkei begleitet, ein zweites Mal im April 2011 und jetzt Anfang Juli eine Woche lang.

Gebrochene Glieder

Dabei beobachteten die Organisationen «grobe Verstösse gegen Tierschutzstandards», wie sie in einer Medienmitteilung schreiben. So seien die Tiere bei glühender Hitze tagelang in den stehenden Transportern eingesperrt gewesen, ohne ausreichend Wasser und Futter, während die Fahrer auf die türkische Veterinär- und Zollabfertigung warten mussten.

Einige Tiere seien entladen worden, weil sie hinsichtlich Gewicht oder Geschlecht nicht den Importbedingungen entsprachen. Doch auch diese Tiere hätten kein Wasser und Futter erhalten. Verletzte Tiere, die nicht mehr laufen konnten, seien mit Gewalt in den Transporter zurückbefördert oder durch Anheben der Laderampe hineingeschleudert worden. Einige Tiere seien trotz gebrochener Glieder und offensichtlicher Schmerzen noch Hunderte Kilometer weitertransportiert worden.

Tierschutzbund fordert Ausfuhrverbot

Bezogen auf die Strassentransporte in der EU seien jene in die Türkei am schlimmsten, sagt Baumgärtner. Erstens wegen der langen Transportzeit – die Strecke beträgt oft bis zu 2500 Kilometer –, zweitens wegen des Temperaturunterschieds: Die Tiere aus dem Baltikum sind sich ein kälteres Klima gewöhnt und harren an der türkischen Grenze bei 50 Grad Hitze im Transporter aus. Ein Problem sei aber auch, dass die türkischen Tierschutzbestimmungen nicht durchgesetzt würden, wie Baumgärtner sagt.

Heute reicht der Tierschutzbund bei der EU-Kommission Beschwerde ein. Das Ziel ist ein Ausfuhrverbot für Tiere in die Türkei. «90 Prozent der von der EU kontrollierten Tiertransporte verstossen gegen die EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport», sagt Baumgärtner.

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