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«Eltern verbreiten Unwahrheiten»

Das Leiterehepaar Symons nimmt in einer Medienmitteilung Stellung zu den Vorfällen im Zirkuslager von letzter Woche in Studen im Kanton Bern. Die beiden weisen jede Schuld von sich.

Im Kreuzfeuer der Kritik: Alexander und Sabine Symons auf einem Bild aus dem Jahr 2003.
Im Kreuzfeuer der Kritik: Alexander und Sabine Symons auf einem Bild aus dem Jahr 2003.
Isabel Mäder

«Die Leitung des Pfadfinderbundes wehrt sich gegen die haltlosen Vorwürfe.» Das schreiben Alexander und Sabine Symons in einer Medienmitteilung. Das Ehepaar war für das Zirkuslager in Studen verantwortlich, welches letzte Woche in einem handgreiflichen Streit endete (wir berichteten). Symons nehmen nun zum ersten Mal offiziell Stellung.

Das Lager sei «erfolgreich» und für die Kinder ein «tolles Erlebnis» gewesen, steht in dem Schreiben. «Einzig eine Meinungsverschiedenheit unter Erwachsenen führte letztlich zur Schlammschlacht gegen den Pfadfinderbund.» Die Eltern würden nun über die Organisatoren Unwahrheiten verbreiten. «Es ist uns ein Anliegen, die Vorfälle ins richtige Licht zu rücken», schreiben Symons.

So seien entgegen den vereinzelten Darstellungen nie Kinder unter Druck gesetzt oder unter unwürdigen Bedingungen auf ihren Pfadinamen getauft worden, steht weiter im Communiqué. Augenzeugen hatten geschildert, ein Mädchen sei bei strömendem Regen durch Pfützen gekrochen – an einer Art Leine befestigt.

Eltern äussern sich anonym

«Die Kinder wollten das Lager auch nicht verlassen», schreibt das Ehepaar weiter. Anders schildern das Eltern gegenüber dieser Zeitung. Kinder, die das Lager verlassen wollten, seien mit Versprechungen und Belohnungen zum Bleiben bewogen worden. Tief blicken lässt auch der Umstand, dass Eltern nicht namentlich genannt werden wollen, «weil wir Angst vor der Familie Symons haben».

Zu Fragen dieser Zeitung wollten Symons gestern noch nicht Stellung nehmen. Man lasse sich zeitlich nicht unter Druck setzen, lautete die Begründung.

Mit «Schweiz aktuell»-Logo

Vor dem Lager gab sich das Leiterpaar noch wesentlich medienfreundlicher. «Nebst üblichen Zeitungsberichten werden die Zirkuslagerartisten zu Fernsehstars», kündigt die Anmeldedokumentation an. «Schweiz aktuell» berichte über das Lager in Studen. Neben dieser Ankündigung prangt das offizielle Logo der Newssendung. Doch: Weder hat «Schweiz aktuell» den Organisatoren im Vorfeld eine Zusage für eine Berichterstattung gegeben, noch berichtete die Newssendung über den Anlass. «Dass sie trotzdem mit unserem Logo für das Lager geworben haben, ist natürlich nicht in unserem Sinn», sagt SRF-Mediensprecherin Manuela Kaech. Rechtliche Schritte wird der Sender keine einleiten.

Vielleicht auch dank solch vollmundigen Ankündigungen findet die «Pfadi Seeland» immer wieder Sponsoren. So sind auf dem Flyer, der vorgängig zu dem Lager an die Teilnehmenden abgegeben wurde, die Logos von Raiffeisenbank, Helvetia-Versicherungen, Stiftung Sport-Up und Präventionsstelle Mira aufgeführt.

Sponsoren betroffen

Thomas Hänni, stellvertretender Leiter der Raiffeisenbank Seeland mit Sitz in Lyss, bestätigt auf Anfrage, dass die Bank das Lager gesponsert hat, gibt aber keine Zahlen bekannt. Für einen positiven Entscheid war laut Hänni zweierlei ausschlaggebend: «Mit dem Namen ‹Pfadfinder› haben wir extrem gute Erfahrungen gemacht; zudem wurde eine Zusammenarbeit mit Insieme vorausgesetzt und bestätigt.» Dass sich die Behindertenorganisation vor Beginn des Lagers wieder zurückgezogen habe, sei ihnen nicht mitgeteilt worden. «Wäre dies der Fall gewesen», so Hänni, «hätte das bei uns sicherlich zu Diskussionen geführt.»

Die Helvetia Versicherungen haben das Lager über ihre Stiftung Helvetia Patria Jeunesse unterstützt. Diese vergibt gemäss ihren Statuten Beiträge an konkrete Projekte von und mit Kindern und Jugendlichen. Gemäss Konzernsprecher Urban Henzirohs hat sie am 18.Mai einen Betrag von «unter 3000 Franken» gesprochen. «Der Stiftungsrat und die Geschäftsführung der Stiftung sind sehr betroffen», sagt Henzirohs.

2000 Franken schliesslich hat der Pfadfinderverbund Seeland von der Stiftung Sport-up erhalten, wie Stiftungsratspräsident Pierre Rochat auf Anfrage bestätigte. Die Stiftung sei vom Pfadfinderbund Seeland aus dem Grund kontaktiert worden, weil an dem Lager auch der Circus Balloni beteiligt gewesen sei. Denn dieser sei der Partner von Sport-up bei einem Projekt Ende des vergangenen Jahres gewesen. Rochat: «Im November 2010 organisierten wir mit dem Circus Balloni eine Veranstaltung in der Region Baden und hatten damit einen grossen Erfolg.»

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