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«Entweder wir würfeln...»

Zwei Bundesräte stritten sich um das EJPD, das war 1993. Dann drohte Adolf Ogi mit den Würfeln – und griff zur Weinflasche.

Gab es Tipps für die Verhandlungen ums Wunschdepartement? Alt-Bundesrat Adolf Ogi und der Neue Guy Parmelin. (9. Dezember 2015)
Gab es Tipps für die Verhandlungen ums Wunschdepartement? Alt-Bundesrat Adolf Ogi und der Neue Guy Parmelin. (9. Dezember 2015)
Keystone

Fast genauso spannend wie die eigentlichen Bundesratswahlen ist die Frage: Welches Mitglied der Landesregierung übernimmt welches Departement? Die Antwort könnte heute bekannt werden.

Wie die Vergabe der Departemente abläuft, sagt Alt-Bundesrat Adolf Ogi (SVP) gegenüber Radio SRF. Was Ogi ausführt, lässt eher auf ein Geheimtreffen als auf eine Ministeriumszuteilung einer Regierung schliessen: Der Ort sei in der Regel geheim. Nur die sieben Bundesräte seien anwesend. Kein Bundeskanzler, keine Vizekanzlerin, kein Kommunikationschef.

14:00 Uhr - Guy Parmelin posiert mit der Schwiegermutter Maria Merotto, Ehefrau Caroline, Schwester Valerie Cottet und Nichte Lauren Cottet (von links). (9. Dezember 2015)
14:00 Uhr - Guy Parmelin posiert mit der Schwiegermutter Maria Merotto, Ehefrau Caroline, Schwester Valerie Cottet und Nichte Lauren Cottet (von links). (9. Dezember 2015)
Keystone
13:30 Uhr - Kommt sie nochmals, die Chance auf eine Bundesratswahl? Thomas Aeschi verlässt das Bundeshaus als Wahlverlierer.
13:30 Uhr - Kommt sie nochmals, die Chance auf eine Bundesratswahl? Thomas Aeschi verlässt das Bundeshaus als Wahlverlierer.
Keystone
13:00 Uhr - Die Eltern Parmelin (hier auf dem Weingut in Bursins) sind gerührt. (9. Dezember 2015)
13:00 Uhr - Die Eltern Parmelin (hier auf dem Weingut in Bursins) sind gerührt. (9. Dezember 2015)
Keystone
13:00 Uhr - Freude auch bei Bruder Christophe (rechts). (9. Dezember 2015)
13:00 Uhr - Freude auch bei Bruder Christophe (rechts). (9. Dezember 2015)
Keystone
12:45 Uhr - Die Fans von Guy Parmelin feiern den Sieg ihres Kandidaten im Restaurant Ambassador. (9. Dezember 2015)
12:45 Uhr - Die Fans von Guy Parmelin feiern den Sieg ihres Kandidaten im Restaurant Ambassador. (9. Dezember 2015)
Keystone
12.31 Uhr - der neue Bundesrat legt den Eid ab.
12.31 Uhr - der neue Bundesrat legt den Eid ab.
Keystone
12.05 Uhr - das sind die gewählten Bundesräte.
12.05 Uhr - das sind die gewählten Bundesräte.
Keystone
12.03 Uhr - Simonetta Sommaruga begrüsst ihren neuen Kollegen.
12.03 Uhr - Simonetta Sommaruga begrüsst ihren neuen Kollegen.
Screenshot SRF
12.02 Uhr - Guy Parmelin begibt sich zu den anderen Bundesräten in den Westflügel.
12.02 Uhr - Guy Parmelin begibt sich zu den anderen Bundesräten in den Westflügel.
Keystone
12.01 Uhr - Bundesrat Parmelin erklärt Annahme der Wahl.
12.01 Uhr - Bundesrat Parmelin erklärt Annahme der Wahl.
Keystone
11.55 Uhr - Guy Parmelin ist der neue Bundesrat. Er wurde mit 138 Stimmen gewählt.
11.55 Uhr - Guy Parmelin ist der neue Bundesrat. Er wurde mit 138 Stimmen gewählt.
Reuters
11.40 Uhr - Resultate des zweiten Wahlgangs: Parmelin hat 117 Stimmen bekommen, Aeschi 78 Stimmen und Gobbi 30 Stimmen. Es findet ein dritter Wahlgang statt.
11.40 Uhr - Resultate des zweiten Wahlgangs: Parmelin hat 117 Stimmen bekommen, Aeschi 78 Stimmen und Gobbi 30 Stimmen. Es findet ein dritter Wahlgang statt.
Keystone
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Guy Parmelin: 90 Stimmen.
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Guy Parmelin: 90 Stimmen.
AFP
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Thomas Aeschi (rechts):  61 Stimmen.
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Thomas Aeschi (rechts): 61 Stimmen.
Reuters
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Norman Gobbi: 50 Stimmen.
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Norman Gobbi: 50 Stimmen.
Keystone
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Thomas Hurter: 22 Stimmen.
11.21 Uhr - Resultat erster Wahlgang Thomas Hurter: 22 Stimmen.
Büttner
11.02 Uhr - der erste Wahlgang der Ersatzwahl für Eveline Widmer-Schlumpf beginnt.
11.02 Uhr - der erste Wahlgang der Ersatzwahl für Eveline Widmer-Schlumpf beginnt.
Keystone
10:35 Uhr - Für den Lacher des Morgens sorgte Adrian Amstutz: «Die SP, äh die SVP...» begann er einen Satz, indem er über die Verantwortung seiner Partei sprach. Die Parlamentarier amüsierten sich darob.
10:35 Uhr - Für den Lacher des Morgens sorgte Adrian Amstutz: «Die SP, äh die SVP...» begann er einen Satz, indem er über die Verantwortung seiner Partei sprach. Die Parlamentarier amüsierten sich darob.
Keystone
10.32 Uhr - Alain Berset bekommt 210 Stimmen und wird als Bundesrat bestätigt.
10.32 Uhr - Alain Berset bekommt 210 Stimmen und wird als Bundesrat bestätigt.
Keystone
10.24 Uhr - Parteipräsident Toni Brunner und Bundesratskandidat Guy Parmelin unterhalten sich während den Bundesratswahlen.
10.24 Uhr - Parteipräsident Toni Brunner und Bundesratskandidat Guy Parmelin unterhalten sich während den Bundesratswahlen.
Keystone
10.14 Uhr - Johann Schneider-Ammann wird mit 191 Stimmen als Bundesrat bestätigt.
10.14 Uhr - Johann Schneider-Ammann wird mit 191 Stimmen als Bundesrat bestätigt.
Keystone
10.02 Uhr - Ratsweibelin Nathalie Radelfinger wartet mit den Wahlurnen auf ihren Einsatz.
10.02 Uhr - Ratsweibelin Nathalie Radelfinger wartet mit den Wahlurnen auf ihren Einsatz.
Keystone
10:00 Uhr - Lukas Reimann hält nicht viel von der geheimen Wahl. Er twittert ein Bild eines Wahlzettels.
10:00 Uhr - Lukas Reimann hält nicht viel von der geheimen Wahl. Er twittert ein Bild eines Wahlzettels.
Twitter / Lukas Reimann
9.57 Uhr - Simonetta Sommaruga erhält 182 Stimmen und wird als Bundesrätin bestätigt.
9.57 Uhr - Simonetta Sommaruga erhält 182 Stimmen und wird als Bundesrätin bestätigt.
Keystone
9.44 Uhr - Auch Ueli Maurer sorgt für einen Lacher: «Ha kei Luscht», sagt er einem SRF-Reporter.
9.44 Uhr - Auch Ueli Maurer sorgt für einen Lacher: «Ha kei Luscht», sagt er einem SRF-Reporter.
Screenshot SRF
9.37 Uhr - Didier Burkhalter schafft die Wiederwahl mit 217 Stimmen.
9.37 Uhr - Didier Burkhalter schafft die Wiederwahl mit 217 Stimmen.
Keystone
9.27 Uhr - Thomas Aeschi gibt seinen Stimmzettel ab.
9.27 Uhr - Thomas Aeschi gibt seinen Stimmzettel ab.
Reuters
9.20 Uhr - Ueli Maurer ist mit 173 Stimmen wiedergewählt.(Archivbild)
9.20 Uhr - Ueli Maurer ist mit 173 Stimmen wiedergewählt.(Archivbild)
Keystone
9.18 Uhr - Die Stimmzettel in der Bestätigungswahl von Ueli Maurer werden ausgezählt.
9.18 Uhr - Die Stimmzettel in der Bestätigungswahl von Ueli Maurer werden ausgezählt.
AFP
9.00 Uhr - Doris Leuthard (links) wird mit 215 Stimmen als Bundesrätin bestätigt.
9.00 Uhr - Doris Leuthard (links) wird mit 215 Stimmen als Bundesrätin bestätigt.
Keystone
08:45 Uhr - Roger Köppel mochte sich nach anfänglicher Schreibbeschäftigung dann doch noch für die Teilnahme am Tagesgeschehen begeistern.
08:45 Uhr - Roger Köppel mochte sich nach anfänglicher Schreibbeschäftigung dann doch noch für die Teilnahme am Tagesgeschehen begeistern.
Keystone
8.42 Uhr - die Wiederwahl von Doris Leuthard beginnt, es sind 245 Stimmberechtigte anwesend.
8.42 Uhr - die Wiederwahl von Doris Leuthard beginnt, es sind 245 Stimmberechtigte anwesend.
Keystone
8.37 Uhr - die Bundesräte ziehen sich in den Westflügel zurück.
8.37 Uhr - die Bundesräte ziehen sich in den Westflügel zurück.
Screenshot SRF
8.32 Uhr - Die abtretende Bundeskanzlerin Corina Casanova verabschiedet sich nach acht Jahren.
8.32 Uhr - Die abtretende Bundeskanzlerin Corina Casanova verabschiedet sich nach acht Jahren.
Keystone
8.25 Uhr - Eveline Widmer-Schlumpf erhält Blumen und weiteren Applaus.
8.25 Uhr - Eveline Widmer-Schlumpf erhält Blumen und weiteren Applaus.
Keystone
8.16 Uhr - die abtretende Bundesrätin bedankt sich auf romanisch, deutsch und auf französisch beim Parlament.
8.16 Uhr - die abtretende Bundesrätin bedankt sich auf romanisch, deutsch und auf französisch beim Parlament.
Keystone
8.13 Uhr - stehender Applaus für Eveline Widmer-Schlumpf.
8.13 Uhr - stehender Applaus für Eveline Widmer-Schlumpf.
Keystone
08:12 Uhr - Roger Köppel sorgt für Ärger im Rat, weil er der Abschiedsrede für Eveline Widmer-Schlumpf nicht zuhört und stattdessen einen Text in seinen Computer tippt.
08:12 Uhr - Roger Köppel sorgt für Ärger im Rat, weil er der Abschiedsrede für Eveline Widmer-Schlumpf nicht zuhört und stattdessen einen Text in seinen Computer tippt.
Screenshot SRF
8.10 Uhr - Thomas Aeschi (rechts) und Magdalena Martullo-Blocher unterhalten sich während der Rede von Christa Markwalder.
8.10 Uhr - Thomas Aeschi (rechts) und Magdalena Martullo-Blocher unterhalten sich während der Rede von Christa Markwalder.
Keystone
8.07 Uhr - Eveline Widmer-Schlumpf wird verabschiedet.
8.07 Uhr - Eveline Widmer-Schlumpf wird verabschiedet.
Keystone
8.03 Uhr - die Glocke erklingt: Christa Markwalder erklärt die Sitzung für eröffnet.
8.03 Uhr - die Glocke erklingt: Christa Markwalder erklärt die Sitzung für eröffnet.
Keystone
07:10 Uhr - Stärkung für den Kronfavoriten: Guy Parmelin frühstückt mit seiner Ehefrau.
07:10 Uhr - Stärkung für den Kronfavoriten: Guy Parmelin frühstückt mit seiner Ehefrau.
Twitter/Philipp Mäder @phmaeder
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Ogi leitete in den Jahren 1993 und 2000 als Bundespräsident die Sitzungen. Gemäss dem SVP-Politiker hänge der Verlauf der Departementsvergabe sehr davon ab, wie die amtierende Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Sitzung führe.

Ogi selbst habe die Bundesräte nach ihrem Wunschdepartement gefragt – und es so gehandhabt: «Ich habe eine erste Runde gemacht. Dann bewusst eine zweite Runde.» So sei es vorgekommen, dass ein Bundesrat in der zweiten Runde bereits gesagt habe: «Ich wäre bereit, ein anderes Departement zu übernehmen.»

Doch was, wenn zwei Kandidaten auf ihrem Wunsch beharren? Dafür hatte Ogi eine ganz spezielle Lösung: Er habe die Sitzung unterbrochen, ein Glas Wein offeriert und auf die beiden eingeredet. Das sei einmal vorgekommen – und die Streithähne seien auch noch von der gleichen Partei gewesen.

Koller und Cotti mussten vor die Tür – zweimal

Im Gespräch mit Radio SRF nennt Ogi zwar weder die Namen der Bundesräte noch das Jahr. Doch nach dem Ausschlussverfahren wird klar: Ogi kann nur vom Jahr 1993 reden. Damals stritten sich die CVP-Bundesräte Arnold Koller und Flavio Cotti um ein Departement. (zum Artikel)

Die Lage war verworren, die Fronten in der Regierung bereits verhärtet. Ogi schickte den dienstältesten Bundesrat mit den beiden Streithähnen vor die Tür. Keine Lösung. Ogi schaltete sich selbst als Vermittler ein – auch vor der Tür. Immer noch keine Lösung.

Versöhnte Regierung: Der Bundesrat von 1993 mit Adolf Ogi (5. von links) und den CVP-Streithähnen Arnold Koller (3. von links) und Flavio Cotti (2. von rechts). (Foto: Keystone)
Versöhnte Regierung: Der Bundesrat von 1993 mit Adolf Ogi (5. von links) und den CVP-Streithähnen Arnold Koller (3. von links) und Flavio Cotti (2. von rechts). (Foto: Keystone)

Ein Ausweg musste her. Für Ogi gab es damals zwei Optionen, wie er sagt: «Entweder wir würfeln» oder die fünf verbleibenden Bundesräte würden die Departementsvergabe entscheiden – ohne die beiden Zerstrittenen. Ogi wählte die zweite Variante. Koller behielt das EJPD, Cotti wurde Vorsteher des EDA. Sicher keine ideale Lösung, um einen Streit zu schlichten, meint Ogi: Denn «zu Anfang sollte das Klima gut sein».

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