Freispruch für Tamedia-Journalisten rechtskräftig

Tierschützer Erwin Kessler verzichtet auf Berufung.

Die Aussenansicht des Berzirksgerichts Zürich an der Badenerstrasse 90 (Symbolbild). Foto: Urs Jaudas

Die Aussenansicht des Berzirksgerichts Zürich an der Badenerstrasse 90 (Symbolbild). Foto: Urs Jaudas

Erwin Kessler gibt auf. Der Tierschützer verzichtet auf eine Berufung ans Obergericht Zürich, weil ihm das «Prozessrisiko zu gross» sei, wie er in seiner Rückzugserklärung schreibt. Damit ist der Freispruch für zwei Journalisten des «Tages-Anzeigers» rechtskräftig.

Die beiden Journalisten waren angeklagt, weil sie in einem Artikel zum Pferdequälerfall Hefenhofen im Sommer 2017 kritisch über Tierschützer Erwin Kessler berichtet hatten. Dieser hatte bei der Aufdeckung des «Quälhof»-Falls eine wichtige Rolle gespielt. Das schrieben die Journalisten, erwähnten aber auch, dass seinem Verein gegen Tierfabriken seit Jahren rassistische und antisemitische Tendenzen vorgeworfen werden und Kessler selbst wegen Verstosses gegen die Rassismus-Strafnorm verurteilt worden war. Kessler fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt.

Im Sommer 2019 wurden die Journalisten vom Bezirksgericht Zürich freigesprochen. «Wir sehen nicht, was an diesen Sätzen ehrverletzend sein soll», sagte der Richter bei der Urteilseröffnung. Sowohl die Rassismus- und Antisemitismusvorwürfe als auch die Verurteilung seien Tatsachen. Wenn ein Journalist nicht mehr über negative Seiten einer Person schreiben dürfe, werde es schwierig. (red)

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