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Geld fehlt: Nur 22 Kampfjets für die Schweiz

Die Luftwaffe wird höchstens 22 und nicht 33 neue Flugzeuge erhalten, um die 54 Tiger-Jets zu ersetzen. Und der neue Armeechef wird erst nächstes Jahr gewählt.

Klare Prioritäten in der Schweizer Luftwaffe: Während des Ersten Weltkriegs hatte die Fliegertruppe 100 Soldaten, die Ballontruppe 600 Mann.
Klare Prioritäten in der Schweizer Luftwaffe: Während des Ersten Weltkriegs hatte die Fliegertruppe 100 Soldaten, die Ballontruppe 600 Mann.
Keystone
Aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge der Tiger-Jets: der Eurofighter Typhoon, ein europäisches Gemeinschaftsprojekt.
Aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge der Tiger-Jets: der Eurofighter Typhoon, ein europäisches Gemeinschaftsprojekt.
Keystone
Sie kam als einzige im Ernstkämpfen zum Einsatz: Die Messerschmitt ME 109, der Jäger der Schweizer Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs.
Sie kam als einzige im Ernstkämpfen zum Einsatz: Die Messerschmitt ME 109, der Jäger der Schweizer Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs.
Keystone
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Als letzter Kandidat für die Nachfolge des Tiger-Jets wurde gestern auf dem Militärflugplatz Emmen der Eurofighter den Medien vorgestellt. Ebenfalls im Rennen sind weiterhin der schwedische Gripen und der französische Rafale.

Jürg Weber, Projektleiter bei Armasuisse, erklärte das weitere Vorgehen bei der Beschaffung. Die drei Hersteller werden nun zu einer zweiten Offertenrunde gebeten. «Die Anbieter sind eingeladen, zwei Offerten einzureichen: Eine für eine Stückzahl von 22 Flugzeugen und eine für ein Budget von 2,2 Milliarden Franken», sagte Weber. Damit ist definitiv klar, dass nicht mehr wie ursprünglich geplant 33 Jets beschafft werden sollen. Die Flugwaffe hatte stets betont, sie benötige diese Anzahl, um ihren Auftrag wie bisher erfüllen zu können. «Wir akzeptieren eine tiefere Stückzahl. Es gilt das Primat der Politik», sagte dazu der interimistische Luftwaffenchef Markus Gygax.

Das Geld fehlt

Dass die Luftwaffe zurückbuchstabieren muss, hat sich abgezeichnet. Ende August liess Verteidigungsminister Samuel Schmid durchblicken, dass die Stückzahl wohl reduziert werde. Kurz darauf machte ein interner Bericht des Verteidigungsdepartements (VBS) publik, dass das Geld für den Betrieb und den Unterhalt von 33 Jets fehlt.

Im September schloss Christian Catrina, stellvertretender Direktor für Sicherheitspolitik im VBS, nicht aus, dass am Ende gar nur eine Elferstaffel gekauft werden könnte. «Wir sollten von Zahlenübungen wegkommen», sagt hingegen SVP-Nationalrat und Militärpilot Thomas Hurter. Vielmehr müsse zuerst der Auftrag der Luftwaffe definiert werden. Danach sei zu fragen, wie viele Jets eines bestimmten Typs es dafür brauche - und daraus würden sich die Kosten ergeben.

Auch Occasion-Kauf möglich

Offensichtlich führt der Kostendruck dazu, dass Armasuisse auch über einen Kauf von gebrauchten Flugzeugen nachdenkt. «Das Thema Occasion ist nicht vom Tisch», sagt Projektleiter Weber. Man beobachte die Märkte, führe aber keine Gespräche. Theoretisch bestünde die Möglichkeit, nach Occasion-Gripen in Schweden, gebrauchten F/A-18 in den USA und Occasion-Eurofightern in Deutschland Ausschau zu halten. Experten rechnen jedoch nicht mit einem solchen Kauf, da diese Flugzeuge bereits in 10 bis 15 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen.

Ebenfalls gestern war aus einer gut unterrichteten Quelle zu erfahren, dass Samuel Schmid es seinem Nachfolger überlässt, dem Gesamtbundesrat einen neuen Armeechef vorzuschlagen. Auch die Wahl des neuen Luftwaffenchefs soll unter dem neuen VBS-Chef erfolgen. Das VBS wollte sich nicht dazu äussern.

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