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Gerangel um Schmid-Nachfolge – Baader avanciert zum Favoriten

Innerhalb der SVP wird eifrig für den Baselbieter Nationalrat und Fraktionschef Caspar Baader und nicht zugunsten von Ueli Maurer lobbyiert.

Caspar Baader: Rollt der Basler das Feld von hinten auf?
Caspar Baader: Rollt der Basler das Feld von hinten auf?
Keystone

Laut SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner «läuft das Lobbying im Hintergrund» eindeutig in Richtung von Fraktionschef Caspar Baader und nicht zugunsten von Ueli Maurer, der bislang als geheimer Favorit galt. Das sagte der Aargauer dem «Sonntag». Wie es in dem Bericht weiter heisst, weibeln im Hintergrund Spitzenleute der Partei für Baader: Neben Toni Bortoluzzi seien dies Parteichef Toni Brunner sowie Fraktionsvize Jean-Francois Rime. Baaders Kantonskollege Christian Miesch bringt den Einsatz für Baader auf den Punkt: «Baader ist führungsstark, konkordanzfähig, ein Schaffer – und er hat Humor», so der Nationalrat im «Sonntag»

Die Leute aus dem «Blocher-Lager» wollten «ganz eindeutig einen Einervorschlag», so Giezendanner im «Sonntag» weiter. Dagegen werde er in der Fraktion intervenieren und einen Antrag auf ein Zweierticket stellen. Es sei völlig klar, dass die SVP zwei Kandidaten aufstellen müsse, allenfalls auch ohne Christoph Blocher. «Damit können wir beweisen, dass wir eine sehr breite Personaldecke haben.»

Maurer will nicht gegen Baader antreten

Wie der «Sonntag» weiter schreibt, will Ueli Maurer nicht gegen Bader antreten. Baader selber hat die Frage nach einer Kandidatur bisher allerdings offen gelassen und erklärte, er habe bis zur Fraktionssitzung vom kommenden Donnerstag Zeit. Er hatte einzig ausgeschlossen, gegen Blocher anzutreten. Die Baselbieter SVP gab gestern erneut bekannt, dass sie Baader ins Rennen schicken werde.

SVP-Präsident Toni Brunner räumte in Interviews der «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsZeitung» ein, dass Blocher von der CVP kaum gewählt wird und die FDP seine Kandidatur als chancenlos bezeichnet hat. Blocher bleibe aber der am besten geeignete Kandidat, und zurückzuziehen gebe es nichts.

Blocher: Es liegt an den anderen Parteien

Blocher selber sagte der «Zentralschweiz am Sonntag», wenn er sich jetzt zurückziehen würde, würde er sich ja vor der Aufgabe drücken und den Bettel hinschmeissen. Dann hätte er für den Rest seines Lebens ein schlechtes Gewissen. Wenn FDP, CVP und SP Nein sagten, dann sei es aber nicht seine Verantwortung. Blocher bekräftigte zudem, er habe sich bei Regierungsratswahlen immer dafür ausgesprochen, nicht nur mit den Fähigsten, sondern auch mit dem anzutreten, der gewählt werde.

Die Möglichkeit einer Zweierkandidatur mit Blocher und einem weiteren Kandidaten wird nun auch von Brunner etwas deutlicher ins Spiel gebracht als bisher. Da Blochers Chancen auf einem Einerticket eher gering wirkten, sei eine Zweierkandidatur mit Blocher eine Option, auch wenn diese nie im Vordergrund gestanden habe.

Blocher auf Zeit?

In der «SonntagsZeitung» brachte Brunner zudem eine Variante ins Spiel, wonach sich Blocher nur für den Rest der laufenden Legislatur bis 2011 wählen lassen könnte. Zum Feld der mittlerweile zehn Kandidaten sagte der SVP-Präsident, nicht alle der Genannten seien geeignet, drei oder vier aber schon.

ap/sda/cpm

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