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Gewerbeverband tritt gegen Rentenreform an

Vor der Volks­abstimmung über die Rentenreform klären sich die Fronten. Der Gewerbeverband wird die Vor­lage bekämpfen. Daran konnte auch Bundesrat Alain Berset nichts mehr ändern.

Der Gewerbeverband wird gegen die Rentenreform antreten. Daran konnte auch Bundesrat Alain Berset (Bild) nichts ändern.
Der Gewerbeverband wird gegen die Rentenreform antreten. Daran konnte auch Bundesrat Alain Berset (Bild) nichts ändern.
Keystone

Am 24. September werden Volk und Stände über die Renten­reform abstimmen, die das Parlament im März beschlossen hat. Es zeichnet sich ein heftiger Abstimmungskampf ab. Eine wichtige Rolle wird der Gewerbe­verband spielen, der auf der Seite der Gegner am ehesten in der ­Lage ist, eine glaubwürdige und schlagkräftige Kampagne zu führen.

Doch bis am Mittwoch war noch nicht einmal restlos klar, ob der Verband die Reform wirklich bekämpft. Der Entscheid oblag der Gewerbekammer, dem knapp 100-köpfigen «Parlament» des Verbands. Sozialminister Alain Berset (SP) hielt zwar eigens eine Ansprache vor der Kammer, vermochte sie jedoch nicht zu überzeugen.

Die Mehrheit sprach sich gegen die Reform aus. Es handle sich dabei um eine «teure und ungerechte Schein­reform» auf Kosten der heutigen Rentner, der KMU und der Jungen. Auf Kritik stösst vor allem die Erhöhung der AHV um monatlich 70 Franken für alle Neurentner ab 2019.

Ein Drittel für die Reform

Laut Verbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler stimmten rund zwei Drittel der Anwesenden gegen die Reform. Dass ein Drittel der Gewerbekammer die ­Vorlage unterstützt, erstaunt jedoch in Anbetracht des vehementen ­Widerstands, den die Verbandsspitze im Bundeshaus gegen die Reform geleistet hatte.

Doch Bigler winkt ab: Der Verband sei so heterogen, dass er das Ergebnis sogar als eher deutlich einstufe. Die Frage, welche Branchen oder Regionen sich für die Reform aussprachen, lässt Bigler offen.

Bekannt ist, dass Gewerbevereinigungen aus der Romandie sowie Spitzenvertreter der Gastro­branche die Vorlage unterstützen. Kommt hinzu, dass der Gewerbekammer etliche Vertreter der CVP angehören, welche die Reform nicht nur unterstützt, sondern mit der SP geprägt hat.

Kampagne trotz Widerstand

So oder so lässt sich der Gewerbeverband wegen des internen Widerstands nicht davon abhalten, ­aktiv gegen die Renten­reform anzukämpfen. «Natürlich machen wir eine grosse Kampagne, sonst lohnt sich ja der Aufwand nicht», sagt Bigler.

Ob das Gewerbe die Führung im Nein-Lager übernehme, sei noch offen. Man werde sich nun mit den anderen Gegnern absprechen. Bisher lehnen FDP, SVP und der Arbeitgeberverband die Reform ab. Der Ver­sicherungsverband ist ebenfalls dagegen, will sich aber nicht aktiv zur Wehr setzen.

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