Gotthard-Strasse für gefährliche Güter freigegeben

Dem Tessin drohen Versorgungsengpässe. Deshalb sollen auch Gefahrguttransporte durch den Gotthard-Tunnel und über den Gotthardpass geführt werden. Allerdings nur unter strengsten Auflagen.

Giftgas und anderes Gefahrengut wird ab Donnerstag über die Strasse transportiert: Lastwagen warten vor dem Gotthard-Tunnel. (Archivbild)

Giftgas und anderes Gefahrengut wird ab Donnerstag über die Strasse transportiert: Lastwagen warten vor dem Gotthard-Tunnel. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

Ab Donnerstag müssen Autofahrer an den Vormittagen mit einer zeitweisen Sperrung des Gotthard-Strassentunnels und der Gotthard-Passstrasse rechnen. Ein Teil der Gefahrguttransporte soll ab dann ausnahmsweise und zu bestimmten Zeiten durch den Gotthard-Strassentunnel und über den Gotthardpass erfolgen. Mit dieser Sonderregelung reagiert das Bundesamt für Strassen (ASTRA) auf Engpässe infolge der seit dem 5. Juni gesperrten Gotthard-Bahnstrecke.

Diese Ausnahmeregelung wird nur unter strengen Auflagen gewährt. Sie gilt ausschliesslich für die Versorgung des Kantons Tessin, des Misox sowie des Kantons Uri, wie das Bundesamt mitteilte. Aus Sicherheitsgründen muss sich der übrige Verkehr deshalb zeitweise gedulden.

Kurze Tunnel- und Strassensperrungen

Sattelzüge mit gefährlichen Gütern erhalten demnach einmal pro Tag in beide Richtungen ein Zeitfenster, um den Gotthard-Strassentunnel zu durchqueren. Der Konvoi in Richtung Süden startet jeweils um 9.30 Uhr. Der Tunnel ist ab diesem Zeitpunkt 50 Minuten lang für den übrigen Verkehr gesperrt.

Anschliessend wird der Tunnel 40 Minuten lang geöffnet, bevor der Konvoi um 11.00 Uhr in Airolo in Richtung Norden startet; der Tunnel wird dann erneut für 50 Minuten gesperrt.

Lässt das Verkehrsaufkommen die Sperrung des Tunnels nicht zu, erhalten diese Sattelzüge die Erlaubnis, über den Pass zu fahren – ebenfalls im Konvoi. Fährt der Konvoi über den Pass, muss jeweils die Strasse durch die Schöllenen-Schlucht für maximal 40 Minuten für den anderen Verkehr gesperrt werden. Transporte mit Anhängern sind weiterhin nicht zugelassen. Die entsprechenden Transporteure sind gehalten, die Fracht zu teilen.

Strenge Auflagen

Die Fahrzeuge dürfen nur im Konvoi fahren – je nach Bedarf einmal pro Tag und Richtung. Ein Konvoi umfasst höchstens 10 Fahrzeuge und wird jeweils durch die Kantonspolizei Uri eskortiert und von einem Feuerwehrauto der Schadenwehr Gotthard begleitet. Für die Teilnahme am Konvoi ist eine Anmeldung erforderlich.

Die Ausnahmeregelung für den Transport gefährlicher Güter kann ab Donnerstag umgesetzt werden. Die Transporteure sowie die zuständigen Stellen in Uri und Tessin werden direkt orientiert.

Im Normalbetrieb ist der Gotthard-Strassentunnel für gefährliche Güter gesperrt. Auf der Passstrasse sind keine Sattel- und Anhängerzüge zugelassen.

Mehrverkehr gut zu bewältigen

Wie die Unternehmen des Schienengüterverkehrs bereits letzte Woche mitgeteilt hatten, wird die Rola-Betreiberin RAlpin auf der Linie Lötschberg/Simplon Gefahrguttransporte priorisieren, um die Zunahme von Gefahrgutsendungen im Strassentransit einzuschränken.

Der allgemeine Lastwagenverkehr auf der A2 hat nach Feststellungen des ASTRA seit dem Felssturz bei Gurtnellen zwar etwas zugenommen, kann aber vorderhand problemlos bewältigt werden. Deshalb sieht das ASTRA vorderhand keine weiteren ausserordentlichen Massnahmen vor.

Insbesondere dränge sich die Lockerung des Nachtfahrverbots vorderhand nicht auf. Das gleiche gelte für die Anhebung der Gewichtslimite auf 44 Tonnen auf der Gotthardautobahn, schreibt das ASTRA.

Sollte sich die Verkehrssituation verschärfen, wird umgehend geprüft, ob die Umsetzung weiterer Massnahmen angezeigt ist. Das ASTRA klärt bereits heute die entsprechenden Möglichkeiten ab.

omue/sda

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