Grüne Wirtschaft wird abgelehnt, AHVplus auf der Kippe

Bei der Volksinitiative Grüne Wirtschaft ist die Stimmung gekippt. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zeichnet sich dafür bei der AHVplus-Initiative ab. Das neue Nachrichtendienstgesetz bleibt ungefährdet. Das zeigt die dritte Welle der Tamedia-Abstimmungsumfrage.

Die AHVplus-Initiative hat gemäss der Tamedia-Umfrage an Boden verloren. Jedoch sprechen sich immer noch 54 Prozent für die Initiative aus.

Die AHVplus-Initiative hat gemäss der Tamedia-Umfrage an Boden verloren. Jedoch sprechen sich immer noch 54 Prozent für die Initiative aus.

(Bild: Keystone)

Bei der zweiten Welle der Tamedia-Abstimmungsumfrage Ende August hatten die Befürworter der Initiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft» (Grüne Wirtschaft) noch knapp die Nase vorn - nun hat der Wind gedreht. Das gegnerische Lager ist in den vergangenen zwei Wochen auf 54 Prozent gewachsen, während die Pro-Seite auf 42 Prozent geschrumpft ist.

Wuchtig abgelehnt wird die Initiative insbesondere von den Anhängern der SVP und FDP (77 respektive 81% Nein). Stramm hinter dem Anliegen stehen hingegen die Wähler der Grünen: Mit 96 Prozent stimmen sie fast geschlossen Ja. Auch bei den SP- und GLP-Sympathisanten findet die Forderung, die Umweltbelastung der Schweiz bis ins Jahr 2050 um zwei Drittel zu senken, eine Mehrheit.

Patt bei AHVplus

Eine Patt-Situation besteht bei der Initiative «AHVplus: für eine starke AHV»: 49 Prozent sind dafür, 49 Prozent dagegen. Während die Unterstützung auf der linken Seite eher zugenommen hat, sind die Sympathien für das Anliegen im bürgerlichen Lager geschwunden. Die SVP-Wähler, die eine zehnprozentige Rentenerhöhung zunächst noch mehrheitlich befürwortet hatten, wollen nun zu 56 Prozent Nein stimmen. Die Politologen Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen, welche die Umfrage im Auftrag von Tamedia gewichtet und ausgewertet haben, halten fest, die Ergebnisse deuteten auf ein «sehr enges Ergebnis» hin. Der Trend der drei Umfragewellen spreche aber eher für ein Scheitern der Vorlage.

Zustimmung für Nachrichtendienstgesetz

Weiterhin auf Kurs ist das neue Nachrichtendienstgesetz. Der Ja-Anteil bleibt stabil bei 58 Prozent, 39 Prozent wollen Nein stimmen. Nur noch drei Prozent der Befragten machten keine Angaben. Der Anteil jener, die «eher» Ja oder Nein stimmen woller, ist gegenüber der letzten Umfragewelle zurückgegangen. Die Meinungen haben sich also weiter gefestigt. In der Westschweiz ist die Zustimmung mit 61 Prozent dabei höher als in der Deutschschweiz und im Tessin (56 respektive 54 Prozent).

Zur Info: 13’945 Personen aus der ganzen Schweiz haben vom 8. bis am 10. September online an der dritten Welle der Umfrage zu den eidgenössischen Vorlagen vom 25. September teilgenommen. Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissenschaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,2 Prozentpunkten.

chh/pd

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