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Gutverdiener waren klar gegen Miet-Initiative

Die Verdikte zu den beiden eidgenössischen Vorlagen sind klar ausgefallen. Wie aber sind sie zustande gekommen?

Stimmende mit einem Einkommen von mehr als 11'000 Franken pro Monat verwarfen die Wohnrauminitiative mit 72 Prozent wuchtig. Foto: Keystone
Stimmende mit einem Einkommen von mehr als 11'000 Franken pro Monat verwarfen die Wohnrauminitiative mit 72 Prozent wuchtig. Foto: Keystone

Bei der ­abgelehnten Mietwohnungsinitiative stach vor allem das Argument, wonach der Bund nicht in die Marktwirtschaft eingreifen solle. Für 40 Prozent im Lager der Gegner war dies das wichtigste Motiv. Das zeigt die am Sonntag publizierte Tamedia-Nachbefragung unter 10317 Personen. Der Fehlerbereich liegt bei plus/minus 2,1 Prozentpunkten. Weniger zugkräftig war die Einschätzung, es gebe genügend bezahlbaren Wohnraum, die Mietbelastung liege seit Jahren bei einem Fünftel des Einkommens (24 Prozent).

Bei den Befürwortern zog die Volksinitiative aus zwei Gründen: Wohnen sei ein Grundbedürfnis, das bezahlbar sein soll (44 Prozent), und es gebe in der Schweiz zu wenig bezahlbare Wohnungen (39 Prozent). Eine Mehrheit fand die Initiative bei den Mietern (58 Prozent) sowie in den Städten (55 Prozent), die Wohneigentümer dagegen lehnten sie mit 70 Prozent ab, ebenso die Stimmenden in den Agglomerationen (57 Prozent) und auf dem Land (65 Prozent).

Je geringer der ­Verdienst, desto höher die ­Zustimmung.

Als mehrheitsfähig erwies sich das Volksbegehren einzig bei den Wählern von SP (83 Prozent) und Grünen (75 Prozent), am deutlichsten fiel das Nein bei der Wählerschaft von FDP (84 Prozent), SVP (75 Prozent) und CVP (70 Prozent) aus.

Die Abstimmung legte auch einen finanziellen Graben offen: Je geringer der ­Verdienst, desto höher die ­Zustimmung. Stimmende mit einem Einkommen von unter 3000 Franken pro Monat sprachen sich mit 54 Prozent für das Anliegen aus, solche mit mehr als 11000 Fr./Monat verwarfen es mit 72 Prozent wuchtig. Gespalten zeigen sich die Umfrageteilnehmer bei der Frage, ob ­jemand mit finanziell beschränkten Mitteln halt dorthin ziehen müsse, wo er es sich leisten könne. 51 Prozent sagen dazu Ja oder eher Ja, 45 Nein oder eher Nein.

Nur SVP-Wähler sagten Nein

Beim Antidiskriminierungs­gesetz zog im Lager der Befürworter vor allem das Argument, wonach niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden dürfe. 67 Prozent bezeichneten dies als wichtigsten Grund für ihr Ja. Bei den Gegnern war es vor allem die Ansicht, dass es gegen Hass bereits ausreichende Straftatbestände gebe (35 Prozent). Nur die Wählerschaft der SVP – entsprechend der Parole der Partei – lehnte die Vorlage ab (69 Prozent).

Wenig überraschend punktete die Vorlage in den Reihen der Homo- und Bisexuellen; 83 Prozent stimmten Ja. Weniger gross war die Unterstützung bei den Heterosexuellen. Mit 59 Prozent erzielte die Vorlage aber auch hier eine Mehrheit.

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