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Inderkum fürchtet um den Zusammenhalt

Der diesjährige Festredner auf dem Rütli, Ständeratspräsident Hansheiri Inderkum, feierte mit den Besuchern einen «Moment der Besinnung». In seiner Ansprache zum Nationalfeiertag fand er auch harsche Worte.

Lobte das Schweizer Staatssystem: Hansheiri Inderkum während seiner Ansprache auf dem Rütli. (1. August 2011)
Lobte das Schweizer Staatssystem: Hansheiri Inderkum während seiner Ansprache auf dem Rütli. (1. August 2011)
Keystone
Genossen den friedlichen Anlass: Besucher auf dem Rütli. (1. August 2011)
Genossen den friedlichen Anlass: Besucher auf dem Rütli. (1. August 2011)
Keystone
Richtet ein kurzes Grusswort an die Leute: Micheline Calmy-Rey. (1. August 2011)
Richtet ein kurzes Grusswort an die Leute: Micheline Calmy-Rey. (1. August 2011)
Keystone
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An der diesjährigen Bundesfeier auf dem Rütli ist für einmal nicht nur die Geburtsstunde der Eidgenossenschaft gefeiert worden, sondern auch das 100-jährige Bestehen des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (SBV). Die Festrede hielt Ständeratspräsident Hansheiri Inderkum (CVP/UR).

Der 1. August solle ein Anlass zu Freude, Fröhlichkeit und Geselligkeit sein. Aber, so sagte Inderkum in seiner Rede vor 1500 Personen auf der Rütliwiese: «Auch ein Moment der Besinnung gehört für mich zu einer richtig verstandenen Feier.»

Grusswort von Calmy-Rey

Er begrüsste im Besonderen die anwesende Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey, die ein kurzes Grusswort an die Festgemeinde richtete, sowie die rund 350 Blinden und Sehbehinderten mit ihren Begleitern.

Inderkum sprach von Heimatverbundenheit und Traditionsbewusstsein und sagte, dass Mythen wie Wilhelm Tell und Rütli vor allem dort von Bedeutung seien, wo es um den Erhalt einer Staatsidee gehe.

Die der Schweiz zu Grunde liegende Staatsidee sei geprägt durch vier Elemente: Willensnation, Konkordanzdemokratie, direkte Demokratie und Neutralität.

Zusammenhalt gefährdet

Der innere Zusammenhalt und die kulturelle Vielfalt seien als zentrale Staatszwecke in der Bundesverfassung aufgeführt. Doch dem Zusammenhalt habe in der Vergangenheit immer wieder Gefahr gedroht.

Waren es zu Beginn des Bundesstaates vor allem aussenpolitische Krisen, so seien es heute gesellschaftliche Entwicklungen wie beispielsweise die deutliche Abnahme des Gemeinsinns und die grenzenlose Geldgier einiger Manager, die den Zusammenhalt gefährden würden. Dafür erntete Inderkum spontanen Applaus.

Das schweizerische Staatssystem aber, so lobte es Inderkum, sei ein klug austariertes. Es könne gar als eigentliches Kunstwerk bezeichnet werden. Und er wünsche sich zum diesjährigen 1. August vor allem eines: Dass die Vertreter der verschiedensten Organe gewillt seien, die von Verfassung und Gesetz zugewiesenen Rollen ernst zu nehmen.

Sehbehinderte tragen Bundesbrief vor

Im Anschluss an Inderkums Rede trugen die Sehbehinderten Christian Hugentobler und Christina Fasser den Bundesbrief vor.

Umrahmt wurde die Bundesfeier auf der Wiege der Eidgenossenschaft von der Musikgesellschaft Brunnen, von einem Alphornduo und von Fahnenschwingern sowie vom Kinder- und Jugendchor St. Anton Luzern und dem Chor Joy of Life aus Hergiswil NW. Auch dieses Jahr wurde die Feier mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne abgerundet.

Für den Zugang zur Bundesfeier auf der Rütliwiese war wie in den letzten Jahren ein Ticket nötig. Diese Sicherheitsmassnahme wurde eingeführt, nachdem Rechtsradikale wiederholt die Feier gestört hatten. Die diesjährige Feier verlief ohne Zwischenfälle, wie ein Sprecher der Urner Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

SDA/kpn

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