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Inszenierte Transparenz der SRG

Die SRG legt die Kosten für grosse nationale Koproduktionen und Sportrechte offen. Doch die Zahlen sagen wenig aus. Sie dienen vorab der PR in eigener Sache – so wie die Angaben zu den Löhnen.

Peter Meier
Roger de Weck, scheidender SRG-Generaldirektor.
Roger de Weck, scheidender SRG-Generaldirektor.

Die SRG kämpft derzeit gegen die Begrenzung ihres Angebots und gegen die «No Billag»-Initiative, die ihr den Gebührenhahn zudrehen will. Dazu hat die SRG Ende 2016 eine gross angelegte PR-Offensive in eigener Sache gestartet. Sie inszeniert sich dabei als unternehmerisch geführte Organisation, die auf Transparenz bedacht ist. Zugleich stellt sich die SRG als identitätsstiftende Kohäsionsklammer dar, die nationalen Zusammenhalt garantiere.

Ihr am Dienstag publizierter Geschäftsbericht für 2016 sowie die aktualisierten Kostenangaben für ausgewählte TV-Sendungen und die Radiokanäle stehen ganz im Zeichen dieser PR-Strategie. Sie zeigen zum einen die Umsetzung der SRG-Sparvorgaben im TV-Programm. Am markantesten bei der «Tagesschau», deren Gesamtkosten von 22,9 auf 22,1 Millionen Franken sanken.

Zum andern soll die erstmalige Bekanntgabe der Gesamtkosten für grosse gesamtschweizerische Projekte, Sportevents und Festivals das nationale Engagement der SRG dokumentieren. So kostete etwa die grosse Film-Koproduktion «Gotthard» 11 Millionen Franken, wovon die SRG 5,7 Millionen übernahm. Zum Vergleich: Damit könnten 53 «Rundschau»-Ausgaben finanziert werden. Die mehrsprachige Sendung «Eusi Landchuchi» war der SRG 968'000 Franken wert, das Eidgenössische Musikfest 493'000.

Für die TV-Rechte für natio­nale und internationale Sportevents wie etwa Olympia nennt die SRG jährliche Durchschnittskosten von 51,2 Millionen Franken für 2013 bis 2016. Diese nackten Zahlen sagen indes mangels inhaltlicher Begründung wenig aus. Sie sollen primär den guten Willen der SRG demonstrieren. Das gilt auch für die Angaben zur Lohnentwicklung von Topkader, Kader und Mitarbeitenden. So ist etwa der schon öffentlich kritisierte Lohn von SRG-Chef Roger de Weck gesunken: Er erhielt 536'000 Franken – 21'000 Franken weniger als 2015.

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