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«Ja, natürlich würde mich die Aufgabe reizen»

Neue Bewegung bei den Sozialdemokraten: Nachdem gestern Simonetta Sommaruga den Kandidatenreigen eröffnet hat und Pascale Bruderer sich gleichzeitig aus dem Rennen nahm, lässt Hildegard Fässler aufhorchen.

«Da gibt es auch noch andere Überlegungen»: Hildegard Fässler.
«Da gibt es auch noch andere Überlegungen»: Hildegard Fässler.
Keystone

«Am 23. August werden wir wissen, wer kommt. Dann ist kantonaler Parteitag», sagt die Ostschweizerin in einem Interview mit der «Wochenzeitung». Fässler hatte bisher niemand auf dem Plan. Die St. Gallerin hat sich als Wirtschaftspolitikerin einen Namen gemacht und wird auch von bürgerlichen Politikern geschätzt. Die SP-Frau tönt so, als hätte sie schon fast zugesagt: «Ja, natürlich würde mich die Aufgabe, insbesondere das Finanzdepartement, reizen. Aber da gibt es auch noch andere Überlegungen. Etwa, dass ich das Privatleben praktisch aufgeben müsste.»

Im Gerangel der Regionen um einen Bundesratssitz könnte Fässler eine entscheidende Rolle spielen. Schält sich nämlich heraus, dass bei der FDP der Berner Unternehmer Johann Schneider-Ammann immer mehr die Favoritenrolle übernimmt, könnte es für die Bernerin Simonetta Sommaruga eng werden. Und damit würde innerhalb der SP Platz frei für eine Kandidatin aus der Ostschweiz, zumal sich auch bei den Liberalen Widerstand gegen die St. Galler Justizdirektorin Karin Keller-Sutter formiert.

Urs Hofmann verzichtet

Fässler war während der UBS-Krise Präsidentin der Wirtschaftskommission. Dem abtretenden Finanzminister Hans-Rudolf Merz hatte die schlagfertige Fässler schon vor drei Jahren ins Gewissen geredet: «Hans-Ruedi, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, aufzuhören. Alles andere wirst du nicht hinkriegen. Er schaute mich an und sagte, er sei der erfolgreichste Bundesrat. Er habe immer alles durchgebracht, was er wollte. Ich antwortete: Ja, die Abschaffung des Fünfräpplers zum Beispiel», so Fässler.

Mit Urs Hofmann hat sich ein anderer möglicher Kandidat der SP am Donnerstag aus dem Bundesratsrennen genommen. «Ein Wechsel von Aarau nach Bern ist für mich keine Option», hiess es in einer Mitteilung seines Aargauer Departements Volkswirtschaft und Inneres (DVI) vom Donnerstag. Das Volk habe ihn im Herbst 2008 in den Regierungsrat gewählt. Seit 2009 übe er dieses Amt mit Engagement und Freude aus. Zudem stünden «viele wichtige Vorhaben an». Er stehe deshalb für das Amt als Bundesrat nicht zur Verfügung. Mit Hofmann verzichtet in dieser Woche bereits die zweite Person aus der SP Aargau. Am Mittwoch hatte Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer bekanntgegeben, nicht antreten zu wollen.

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