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Jetzt müssen Ausländer den Cervelat retten

Der Vorrat an brasilianischen Wursthäuten für Cervelats geht zur Neige, seit die EU den Import verboten hat. Ausländische Experten sollen die EU nun davon überzeugen, dass die Häute die Gesundheit nicht schädigen.

Rolf Büttiker, Präsident des Schweizer Fleisch-Fachverbandes, macht sich für die Wiedereinführung brasilianischer Rinderdärme stark.
Rolf Büttiker, Präsident des Schweizer Fleisch-Fachverbandes, macht sich für die Wiedereinführung brasilianischer Rinderdärme stark.
Keystone
Noch bis Anfang 2009 reicht der Vorrat an brasilianischen Wursthäuten für Cervelats. Dann müssen sich die Metzger mit qualitativ minderwertigeren Rinderdärmen aus Uruguay, Argentinien und voraussichtlich Paraguay begnügen.
Noch bis Anfang 2009 reicht der Vorrat an brasilianischen Wursthäuten für Cervelats. Dann müssen sich die Metzger mit qualitativ minderwertigeren Rinderdärmen aus Uruguay, Argentinien und voraussichtlich Paraguay begnügen.
Keystone
Am meisten mögen Herr und Frau Schweiz den Cervelat jedoch vom Grill.
Am meisten mögen Herr und Frau Schweiz den Cervelat jedoch vom Grill.
Keystone
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Liebhaber der Schweizer Nationalwurst dürfen sich freuen: Ein hochkarätiges Team ausländischer Experten bescheinigt, dass die brasilianischen Cervelat-Häute kein Gesundheitsrisiko bergen. Die Schweiz darf diese seit April 2006 nicht mehr importieren, weil die EU ein Importverbot wegen der Gefahr von BSE verhängte – und die Schweiz durch die Bilateralen Verträge an das Verbot gebunden ist.

Gesuch bei EU steht an

Der Solothurner FDP-Ständerat Rolf Büttiker, Präsident des Schweizer Fleisch-Fachverband, ist erfreut: «Aufgrund dieser Studie kann der Bund bei der EU ein Gesuch stellen, dass die brasilianischen Wursthäute in der Schweiz wieder zugelassen werden», sagt er auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Der Fleisch-Fachverband hat die Studie zusammen mit dem Bundesamt für Veterinärwesen und dem Verband des schweizerischen Darmhandels in Auftrag gegeben – im Rahmen der Task Force «Cervelat».

Ob die EU einlenkt, ist allerdings ungewiss. Immerhin versprach EU Botschafter Michael Reiterer, das Anliegen werde nicht zuunterst im Papierstapel landen. Optimistisch stimmt den Freisinnigen Büttiker zudem die Tatsache, dass die fünf Experten aus dem Ausland stammen – aus Deutschland, Dänemark und Grossbritannien – und nicht aus der Schweiz: «Wir wollen damit verhindern, dass die EU sagen kann, die Schweiz hätte die Ergebnisse der Studie beeinflusst.» Die Experten seien Leute «mit Gewicht» – die Studie sei also wissenschaftlich fundiert. «Ich hoffe darum, dass die EU das Gutachten anerkennt und die Rinderdärme wieder für den Import zulässt.»

Fettigere Wursthäute

Für nächstes Jahr ist der Cervelat vorerst gerettet: Wenn Anfang 2009 die Schweizer Vorräte zu Ende gehen, stellen die Metzger die Würste mit Rinderdärmen aus Uruguay und Argentinien her. Mit Paraguay ist der Schweizer Fleisch-Fachverband noch am Verhandeln. Zusammen können die drei Länder 70 Prozent des Schweizer Bedarfes an Rinderdärmen decken. Die Metzger sind jedoch nicht zufrieden: Die neuen Därme sind fettiger und haben nicht die gleiche Qualität wie die brasilianischen Cervelat-Häute.

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