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Junge rauchen in der Schweiz wieder mehr

Gemäss einer Studie des Bundesamts für Gesundheit greifen mehr Jugendliche zur Zigarette. Diese Entwicklung sei verheerend, meint das Amt.

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«Verheerende» Trendwende: Eine junge Frau raucht an einem Bahnhof. (Archiv)
«Verheerende» Trendwende: Eine junge Frau raucht an einem Bahnhof. (Archiv)
Frank Prevel, Keystone

Eine noch nicht veröffentlichten Studie des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zeigt einen Anstieg bei den minderjährigen Rauchern im Alter von 15 bis 17 Jahren, wie die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens heute Abend berichten wird. Der Anteil der Raucher sei in diesem Alter von 18,7 Prozent im Jahr 2012 auf 20,7 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Auch der Anteil der Raucher im Alter von 15 bis 25 Jahren kletterte demnach von 30 Prozent im Jahr 2012 auf 31,6 Prozent im letzten Jahr.

«Die Entwicklung bereitet uns Sorgen. Während langer Zeit gingen die Zahlen zurück. Jetzt beginnen wieder sehr viele junge Menschen zu rauchen, mehr als in den letzten Jahren», erklärt Daniel Bach vom BAG gegenüber der «Rundschau».

Eine kürzere Lebenserwartung

Der Anstieg bei den Jugendlichen ist überraschend, weil er entgegen der allgemeinen Entwicklung hierzulande läuft. Der Zigarettenkonsum pro Einwohner ist nämlich in den letzten zehn Jahren erheblich gesunken: von 2288 auf 1461 Zigaretten im Jahr 2014.

Der Anstieg sei «verheerend», sagt Bach, weil die jungen Raucherinnen und Raucher fast nicht mehr aus der Sucht herauskämen. «Man weiss auch: Wenn sie nicht aufhören zu rauchen, haben sie im Durchschnitt eine 14 Jahre kürzere Lebenserwartung.»

Der Erfolg der Tabakindustrie

Laut der «Rundschau» alarmieren die jüngsten Zahlen auch die Tabakpräventions-Stellen. Michela Canevascini, Leiterin der Tabakprävention des Kantons Waadt, meint: «Das ist sehr beunruhigend, die Tendenz ging bis anhin in eine andere Richtung.»

Sie führt den Anstieg auf die Marketing-Anstrengungen der Tabakkonzerne zurück. Canevascini hat in der Schweiz Werbung und Marketing der Zigarettenfirmen systematisch untersucht. Sie konnte nachweisen, dass Tabakfirmen ihre Werbung hauptsächlich auf Junge abzielen.

Die BAG-Studie zeigt weiter, dass anteilsmässig wieder deutlich mehr junge Männer als junge Frauen rauchen (36,2 Prozent Männer und 26,8 Prozent Frauen im Alter von 15 bis 25). Diese Differenz zwischen den Geschlechtern hat sich seit 2012 mehr als verdoppelt. Am meisten junge Raucher leben in der Deutschschweiz (32,3 Prozent), am wenigsten in der italienischsprachigen Schweiz (29,9 Prozent). Die Romandie liegt mit 30,4 Prozent dazwischen.

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