Zum Hauptinhalt springen

Kein Gefängnis für Badener Amokläufer

Drei Jahre nach seinem Amoklauf in Baden AG bleibt ein 29-jähriger Schweizer in stationärer psychotherapeutischer Behandlung. Dies beschloss das Bezirksgericht Baden.

Vor diesem Hotel in Baden fand die Schiesserei statt.
Vor diesem Hotel in Baden fand die Schiesserei statt.
Markus Heinzer

Der Mann hatte vor drei Jahren mit seinem Sturmgewehr einen Mann getötet und vier Personen verletzt. Er ist nicht schuldfähig. Das Bezirksgericht Baden stützte sich bei seiner angeordneten Massnahme auf ein Gutachten der Psychiatrischen Klinik Königsfelden. Diese stellte fest, dass der Schweizer irakischer Abstammung an paranoider Schizophrenie leide.

Der Mann habe in einer Wahnwelt und in der Realität gelebt, sagte die leitende Ärztin der Klinikabteilung Forensik. Die Diagnose sei klar. Die Krankheit sei bereits vor dem Amoklauf von zwei Ärzten diagnostiziert worden. Der Mann müsse wohl sein Leben lang behandelt werden.

Strafverfahren eingestellt

Im März hatte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen den Mann wegen seiner Schuldunfähigkeit zur Tatzeit eingestellt. Der Staatsanwalt beantragte dem Gericht eine stationäre psychotherapeutische Behandlung in einer geschlossenen Massnahme- Institution.

Der Verteidiger plädierte vor Gericht für eine offene Institution. Das Bezirksgericht folgte einstimmig dem Antrag der Verteidigung. Der Mann spreche auf die Medikamente an, und es bestehe keine Fluchtgefahr, sagte der Gerichtspräsident. Die Massnahme ist unbefristet. Ein Gericht muss diese spätestens in fünf Jahren überprüfen.

Vor den Schranken des Gerichtes sass ein mittelgrosser, kräftiger Mann mit kurzen schwarzen Haaren. Sein Blick war leicht schläfrig. Am Ende der Verhandlung sagte er: «Ich habe sehr viel Leid angetan. Es war wie in einem Traum gewesen.»

Mit Sturmgewehr um sich geschossen

Am späten Abend des 12. April 2007 hatte der damals 26-jährige Bankangestellte in Baden mit seiner persönlichen Dienstwaffe wild um sich geschossen. Aus seinem Sturmgewehr 90 feuerte er vor und in einem Hotel 20 Schüsse ab. Im Lokal befanden sich 24 Personen.

Bei der Bluttat war ein 71-jähriger Mann getötet und vier Personen, darunter zwei Jugendliche, teilweise schwer verletzt worden. Nach der Tat liess sich der Schütze widerstandslos festnehmen. Weil er in der Untersuchungshaft nur wirres Zeug redete, brach die Kantonspolizei die Verhöre ab.

Bis zu seinem Amoklauf hatte der Amokschütze zusammen mit seinen Eltern nur 400 Meter vom Tatort entfernt gewohnt. Er arbeitete als Angestellter bei der Grossbank UBS in Zürich. Dort war er wegen psychischer Probleme freigestellt worden.

Wenige Stunden vor der Bluttat hatte sich der Mann im Grand Casino Baden aufgehalten. Er rief drei Mal die Polizei an und beschwerte sich bei der Spielleitung. Auf Anraten der Polizei wies ihn das Spielcasino aus dem Haus. Zwei Stunden später lief er Amok.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch