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Kein Gehör bei den Richtern

Anwälte beklagen zunehmend, dass ihre Klienten im Streit um Renten von Sozialversicherungen nicht oder nur ungenügend angehört werden. Tatsächlich unterscheidet sich die Praxis stark zwischen Straf- und Sozialversicherungsrecht.

«Geisterverfahren» ohne Anhörungen: Bei Gerichtshändeln um Renten aus Sozialversicherungen bleibt der Platz der Beklagten leer.
«Geisterverfahren» ohne Anhörungen: Bei Gerichtshändeln um Renten aus Sozialversicherungen bleibt der Platz der Beklagten leer.
Keystone

Wer eine Parkbusse von 40 Franken erhält kann diese anfechten. Bei einer Verhandlung befragt der Richter den Gebüssten persönlich und fällt nach Beurteilung der Glaubwürdigkeit seiner Aussage ein Urteil.

Im Sozialversicherungsrecht gilt eine andere Praxis: Wer um eine Rente kämpft, weil er zum Beispiel nach einem Unfall gesundheitlich angeschlagen ist, wird vom Gericht in aller Regel nicht persönlich befragt. Und das, obwohl es hier stets um sehr viel mehr Geld geht: Bei einer Rente über viele Jahre stehen mehrere Hunderttausend Franken und die Existenzgrundlage Betroffener auf dem Spiel.

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