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Kein zweites Damen-Drama: Rita Fuhrer beruhigt SVP-Mannen

Im Albisgüetli haben die SVP-Delegierten des Kantons Zürich Christoph Blocher für die Nachfolge von Bundesrat Schmid auf den Schild gehoben. Eine Beruhigungspille für die Partei gabs von Rita Fuhrer.

Kein Tête-à-tête aber trotzdem so etwas wie eine Liebeserklärung: Rita Fuhrer und Christoph Blocher.
Kein Tête-à-tête aber trotzdem so etwas wie eine Liebeserklärung: Rita Fuhrer und Christoph Blocher.
Keystone

Die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer, die im Rennen um die Nachfolge von Bundesrat Samuel Schmid von den SVP-Frauen portiert worden ist, hat der SVP ihre Loyalität zugesichert. Das Gremium, das in dieser Sache über den nächsten Schritt entscheiden werde, sei die SVP-Fraktion der Bundesversammlung am kommenden Donnerstag, sagte Fuhrer am Montagabend an der Delegiertenversammlung der Zürcher Kantonalpartei.

«Dieser Entscheid ist für mich der definitive», erklärte sie. Es sei klar für sie, dass sie niemals auf einem anderen Weg versuchen würde, sich doch noch in den Bundesrat wählen zu lassen. Dies würde sie ihrer Partei nie antun, sagte Fuhrer unter dem Applaus der Delegierten.

Kein Zweierticket

Für die Nachfolge von Bundesrat Schmid haben die SVP-Delegierten des Kantons Zürich Christoph Blocher auf den Schild gehoben. Einem Zweierticket erteilten sie eine Absage.

Der Antrag einer Ortspartei für ein Zweierticket mit Blocher und einem noch zu bestimmenden Kandidaten wurde von den 332 anwesenden Delegierten mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Parteipräsident Ueli Maurer hatte nichts davon gehalten. Kantonalparteien hätten nicht solche taktische Entscheide zu treffen, sagte er.

Maurers Nein und keine Abstimmung

Zwei Delegierte wollten zusammen mit Alt-Bundesrat Blocher auch Maurer ins Rennen schicken. Dafür gab es sogar Applaus. Da sich Maurer aber nicht zur Verfügung stellen wollte, wie er umgehend erklärte, kam der Vorschlag gar nicht erst zur Abstimmung.

Die Einernomination Blochers wurde mit 264 zu 45 Stimmen gutgeheissen. Die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer, die von den SVP-Frauen Schweiz portiert wurde, will nach eigenen Angaben nur Bundesrätin werden, wenn sie auch von der Bundeshausfraktion vorgeschlagen wird.

Maurer und Mörgeli heizten ein

Das Resultat kam nicht überraschend, nachdem der Kantonalvorstand am letzten Montag mit 48 zu 1 Stimmen Blocher vorgeschlagen hatte. Maurer und Nationalrat Christoph Mörgeli schworen die Delegierten denn auch auf die Nomination Bochers ein.

Eine Abkehr von Blocher durch die Zürcher SVP wäre ein fatales Signal an die Mutterpartei, erklärte der Parteipräsident. Es würde nämlich bedeuten, dass die Zürcher SVP einen Kurswechsel gutheissen würde.

«Wir haben aber einen politischen Auftrag von unseren Wählerinnen und Wählern», sagte Maurer. Die SVP sei eine verlässliche Partei gewesen und werde dies auch in Zukunft sein. Da die Schweiz am Rande einer Weltwirtschaftskrise stehe, seien die Ansprüche an den Staat und seine Regierungsmitglieder gestiegen, erklärte Maurer. Nur der Beste sei darum gut genug.

Bestes Anforderungsprofil

Müsste die Partei ein Stelleninserat ausarbeiten für die Stelle des Bundesrats, wäre der Wunschkandidat bereits gefunden, sagte Maurer. Blocher erfülle das Anforderungsprofil am besten. Er habe das Knowhow in Wirtschaftsfragen, kenne die Bundesverwaltung und verfüge über internationale Kontakte.

Die SVP dürfe nicht einfach einen Kandidaten lancieren, welcher den anderen Parteien genehm sei, sagte Nationalrat Mörgeli. «Wenn die anderen Parteien Blocher nicht wollen, sollen sie das entscheiden und die Verantwortung dafür tragen.»

Für die Nachfolge von Bundesrat Schmid müssen die SVP-Sektionen ihre Nominationsvorschläge bis Dienstagmorgen um 9 Uhr bei der Bundeshausfraktion deponiert haben. Diese wird dann am Donnerstag die Nomination zuhanden der Bundesversammlung vornehmen.

AP/cpm

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