Zum Hauptinhalt springen

Leutschenbach verfehlt sein Quoten-Ziel

Zuwachs gibt es nur noch online: Die Kanäle des Schweizer Fernsehens hatten 2011 so wenig Marktanteil wie nie zuvor. Doch die Abwanderung ins Internet erklärt die Entwicklung nur zum Teil.

Die neuen Chefs beim Schweizer Fernsehen (SF) setzten sich das Ziel, im Jahr 2011 einen Marktanteil von 32 Prozent zu erreichen. Dieses Ziel haben sie klar verfehlt, wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt. Das SF verlor demnach sogar massiv Zuschauer: Erstmals überhaupt lag der Marktanteil der Sender SF 1, SF 2 und SF Info mit 29,8 Prozent unter der 30-Prozent-Marke. Das zeigen die neusten Zahlen, die das Fernsehen dem «Sonntag» zur Verfügung gestellt hat.

Es handelt sich um die tiefsten Werte, seit Zuschauerzahlen erhoben werden. Am deutlichsten ist die Entwicklung bei SF 2 – der Sender verlor fast 3 Prozent Marktanteil, von 10 Prozent auf 7,2 Prozent.

Flops bei den Serien

Hatte das Jahr 2011 noch passabel begonnen, sackten die Quoten ab April regelmässig unter 30 Prozent. Einzig im Dezember kletterten die Zahlen wegen der Feiertage wieder ein wenig nach oben. 2011 fehlten die grossen Sportereignisse wie die Fussball-WM.

Ausserdem floppten eingekaufte US-Serien wie «Glee» und «Hung». Doch auch eigene Produktionen enttäuschten. So blieb das Kinderprogramm «Zambo» deutlich unter den Erwartungen.

Flaggschiffe im Rückwärtsgang

Auch die Aushängeschilder des Leutschenbach machten laut dem «Sonntag» rückwärts: Die Tagesschau etwa erreiche heute im Schnitt von rund 700'000 Zuschauer, während es vor einigen Jahren noch über eine Million waren. Den anderen Informationssendungen gehe es ähnlich. Der Abwärtstrend habe zwar – ausser bei der Arena – «vorerst gestoppt» werden können. Dennoch ist klar, dass die Fernsehwelt im Umbruch ist. Die Zahl der monatlichen User des SF-Videoportals sei 2011 um mehr als 300'000 auf rund 2,2 Millionen angestiegen, so der «Sonntag».

Zudem macht dem SF das Digitalfernsehen zu schaffen. Bereits diesen September verfügten über eine Million Schweizer über Digital-TV mit rund 150 Sendern – und die Nachfrage «steigt enorm», wie es bei der Swisscom und der Cablecom auf Anfrage des «Sonntag» heisst. In einigen Jahren würden alle Schweizer ein Abo haben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch