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Maurer misstraut Secondos im Militär

Bundesrat Ueli Maurer will wissen, auf wessen Seite Soldaten stehen, die aus dem Ausland stammen. Ein Militärsoziologe findet die Frage legitim.

«Wie loyal sind Secondos?»: Bundesrat Ueli Maurer spricht an der Delegiertenversammlung der SVP in Kerns. (4.7.2015)
«Wie loyal sind Secondos?»: Bundesrat Ueli Maurer spricht an der Delegiertenversammlung der SVP in Kerns. (4.7.2015)
Ennio Leanza, Keystone

In seiner Rede an der SVP-Delegiertenversammlung vor einer Woche thematisierte der Verteidigungsminister Ueli Maurer das Verhalten von Soldaten, die aus dem Ausland stammen. Müsse die Armee in einem Ernstfall eingreifen, könnte es für Secondos ein Konfliktpotenzial geben. Maurer habe diese Loyalitätsfrage im SVP-Umfeld schon mehrfach aufgebracht, schreibt die «Schweiz am Sonntag».

Gemäss Tonbandaufzeichnung sagte Maurer, dass die Zivilbevölkerung nicht geeint sei, wie einst auf dem Rütli. «Weil wir verschiedene Volksgruppen haben unter uns, die Beziehungen zum Herkunftsland unterhalten und dadurch beeinflusst werden könnten. Wir haben im Übrigen auch in der Armee etwa einen Drittel Secondos.»

Militärsoziologe findet Frage berechtigt

Die Reaktionen aus dem Militärumfeld auf Maurers Loyalitätsfrage sind verhalten. Die Armee lege «Wert darauf, dass wir keine Unterschiede bezüglich Herkunft unserer Soldaten machen», sagt Armeesprecher Walter Frik zur «Schweiz am Sonntag». Es würden für alle die gleichen Rechte und Pflichten gelten. Im Verteidigungsministerium VBS will man nichts zum Thema sagen.

Der Militärsoziologe Tibor Szvircsev findet Maurers Frage berechtigt, wenn man sie wissenschaftlich beantworte. Man wisse, dass Soldaten, die aus dem Ausland stammen, in Berufsarmeen «sehr professionell mit der Loyalitätsfrage» umgingen.

Laut ersten Resultaten einer Befragung von über 20'000 Rekruten, die die «Schweiz am Sonntag» letzte Woche veröffentlichte, sind Secondos motivierter und leistungsbereiter als Rekruten ohne Migrationshintergrund. Tibor Szvircsev von der Militärakademie der ETH Zürich hofft in der Studie weitere «Anhaltspunkte» zu finden.

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