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Mühleberg soll in einem Monat wieder ans Netz

Das AKW Mühleberg liefert schon bald wieder Strom. Und das obwohl die zusätzlichen Massnahmen zur Sicherheit bei Extrem-Hochwasser mehr Zeit als geplant in Anspruch nehmen.

Vorübergehend vom Netz genommen: Das AKW Mühleberg wurde im Jahr 1972 in Betrieb genommen (Siedewasserreaktor, Leistung von 373 Megawatt).
Vorübergehend vom Netz genommen: Das AKW Mühleberg wurde im Jahr 1972 in Betrieb genommen (Siedewasserreaktor, Leistung von 373 Megawatt).
Keystone

Spätestens Ende September soll das AKW Mühleberg wieder ans Netz. Das haben die Verantwortlichen des bernischen Energiekonzerns BKW heute bekräftigt. Sie informierten die Medien vor Ort über die laufenden Nachrüstungsarbeiten am Notsystem. Experten hatten gewarnt, dass bei einem Extrem-Hochwasser die Versorgung mit Kühlwasser in Frage gestellt sein könnte: Die bestehenden Ansaugöffnungen könnten durch Geschiebe aus der Aare verstopft werden. Deshalb wird das Einlaufbauwerk des Notsystems SUSAN nun mit drei zusätzlichen Ansaugstutzen ergänzt.

Um genügend Zeit für die Arbeiten zu haben, schaltete die BKW das Atomkraftwerk schon Ende Juni ab, fünf Wochen vor Beginn der jährlichen Revisionsarbeiten. Doch erst letzte Woche gab das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) grünes Licht für die Verbesserungen am Notsystem. Die Arbeiten kosten die BKW nach jüngsten Angaben «einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag». Aufgrund grober Schätzungen war der Konzern zunächst von zehn Millionen Franken ausgegangen.

Teurer Kompaktkühler

Weit teurer kommt der Kompaktkühler zu stehen, der im Rahmen des langfristigen Nachrüstkonzepts erstellt werden soll. Hermann Ineichen, Leiter des Geschäftsbereichs Energie Schweiz, schloss nicht aus, dass es bei dieser Nachrüstung um einen dreistelligen Millionenbetrag geht. Der Kompaktkühler, der laut BKW aus Deutschland bekannt ist, soll die Notkühlung mit Luft sicherstellen für den Fall, dass die Zufuhr von Wasser nicht mehr möglich ist.

Beschrieben wird das System des «erdbeben- und überflutungssicheren» Kompaktkühlers im Konzept, das die BKW morgen fristgerecht dem ENSI abliefern will. Denn die Atom-Aufsichtsbehörde will bis Ende August wissen, wie der Reaktor im Notfall ganz ohne Wasser aus der Aare gekühlt werden könnte.

Ob das AKW Mühleberg nach all den Zusatzmassnahmen noch rentieren könnte, ist offen. Ineichen sagte, man werde nächstes Jahr in Kenntnis aller Zahlen eine Wirtschaftlichkeitsprüfung vornehmen.

SDA/bru

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