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Nach dem Abschuss: Schweiz soll Russlandfeiern absagen

In wenigen Wochen soll die russische Flugstaffel in der Schweiz auftreten. Diverse weitere Feiern sind wegen des Jubiläums der Beziehungen Schweiz - Russland geplant. Unpassend, finden Politiker.

Treten Ende August in Payerne auf: Die «Russian Knights» an einer Flugshow. (4. Juli 2013)
Treten Ende August in Payerne auf: Die «Russian Knights» an einer Flugshow. (4. Juli 2013)
Keystone

Mit der Air 14 feiert die Schweizer Luftwaffe am letzten August- und am ersten Septemberwochenende in Payerne im Kanton Waadt ihr Hundert-Jahre-Jubiläum. An der Flugshow soll auch eine russische Staffel ihre Fähigkeiten zeigen. Die «Russian Knights» werden auf der Homepage der Veranstaltung als in der Schweiz noch nie gesehene Sensation angekündigt. Die Flieger, deren Hauptaufgabe die Wahrung der Luftüberlegenheit sei, erfüllten alle Erfordernisse eines Luftkriegs, heisst es ausserdem.

Solche Worte irritieren Kritiker angesichts des schwelenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, nach dem Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs erst recht. Die Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé sagte der «NZZ am Sonntag», sie erachte die Schau der russischen Jagdflugzeuge in Payerne als «äusserst heikel». Die Luftwaffe als Veranstalterin der Air 14 will vorerst abwarten und die Lage in der Ukraine aufmerksam beobachten. Die Situation könne täglich ändern, hielt ein Sprecher der Flugschau fest.

Kritik an Schneider-Ammanns Reiseplänen

Der Auftritt der Flugstaffel ist allerdings nur einer von diversen Anlässen in der Schweiz mit russischer Beteiligung. Im Rahmen der Feierlichkeiten zu 200 Jahren diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland gibt es diverse Termine.

SP-Nationalrat Carlo Sommaruga, Präsident der aussenpolitischen Kommission, verlangt deshalb in der «Schweiz am Sonntag» klare Zeichen: «Bis die Wahrheit gefunden ist, muss die Schweiz zurückhaltend sein und darf keine wirtschaftlichen oder kulturellen Veranstaltungen in Russland durchführen.» Denn: «Es wäre ein Skandal, wenn die Untersuchung über die Absturzursache die direkte oder indirekte Verantwortung Russlands zeigen sollte und die Schweiz dann gerade eine solche Veranstaltung durchführen sollte.» Für Sommaruga passen die Feierlichkeiten in der Schweiz ebenso wenig wie die geplante Reise von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann im Oktober nach Russland.

Auch Aussenpolitikerin Christa Markwalder (FDP) sagt nach dem Abschuss der Boeing über der Ukraine zur «Schweiz am Sonntag»: Die Schweiz müsse «Russland politisch klarmachen, dass mit diesem Drama noch einmal rote Linien überschritten worden sind». Sanktionen solle die Schweiz allerdings nur in Absprache mit der EU ergreifen.

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