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Negro-Rhygass verzichtet auf umstrittenes Logo

Die Basler Gugge Negro-Rhygass wird künftig das Logo mit dem schwarzen Mann nicht mehr einsetzen.

Sturm der Entrüstung: Das Logo der Guggenmusik hat für viele Diskussionen gesorgt.
Sturm der Entrüstung: Das Logo der Guggenmusik hat für viele Diskussionen gesorgt.
Pino Covino

Nun ist es entschieden: Die Basler Gugge Negro-Rhygass beugt sich dem Druck der Öffentlichkeit. Das umstrittene Vereinslogo werde offiziell nicht mehr öffentlich eingesetzt, teilte die Gugge am Montag mit. Auf ein neues Logo will die Fasnachtsgesellschaft aber vorerst verzichten.

Im letzten August brach ein Shitstorm über die Traditions-Guggenmusik herein, nachdem ein Medizinstudent geschockt war, als er das Logo der Negro-Rhygass an einem Fest erblickte. Er hatte daraufhin 20minuten.ch von seiner Empörung berichtet. Das schwarze Männchen im Bastrock hatte im Anschluss in den sozialen Medien eine Rassismusdebatte ausgelöst.

Einen Tag später organisierten Fasnächtler spontan einen Solidaritätsmarsch in Basel. Mehrere Hundert Fasnächtler gingen für die Fasnacht und gegen Rassismusvorwürfe auf die Strasse. Auf der Route gesellten sich Linksautonome dazu und stoppten den Solidaritätszug. Die Linksautonomen skandierten Parolen und hielten Transparente wie «Mit rassistischen Traditionen brechen» hoch.

Mitglieder wollen kein neues Logo

Die Gugge habe sich in den letzten Monaten intensiv mit seinem Logo auseinandergesetzt und dabei auch wertvolle Inputs von externen Fachpersonen erhalten, heisst es in der Mitteilung. «Es hat sich klar herausgestellt, dass weder der Name noch das Logo jemals rassistisch gemeint waren und dem lange währenden Zeitgeist entsprechend auch nicht kritisiert wurden». Eine grosse Mehrheit der Mitglieder wolle zudem kein neues Logo.

Dennoch will man nun auf das bisherige Logo verzichten. «Die Zeiten haben sich geändert, gesellschaftliche und moralische Fragen werden heute anders beurteilt als vor 60 oder 90 Jahren. Was damals als ‹süss› oder ‹niedlich› empfunden wurde, kann heute verletzend und rassistisch wirken», schreibt der Verein.

Das umstrittene Logo werde aber nicht verbannt, da es nach wie vor auf vielen Instrumenten und anderen Fasnacht-Requisiten vorhanden ist und zudem zur Vereinsgeschichte gehört. Es werde aber nicht mehr öffentlich eingesetzt.

Der Verein hofft, dass sich die Mitglieder nach dem Entscheid in Zukunft wieder auf das Wesentliche konzentrieren können: die Fasnacht.

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