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Nein im Neuenburger Bahnkrimi

Das Volk sagt knapp Nein zum Bau der Schnellbahn zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds. Die Regierung ist konsterniert: Ausgerechnet in der Region, die vom Projekt profitiert hätte, war die Wahlbeteiligung tief.

Sorgte für einen gespaltenen Kanton: Plakate zum Projekt TransRun vor der Abstimmung.
Sorgte für einen gespaltenen Kanton: Plakate zum Projekt TransRun vor der Abstimmung.
Keystone

Die Stimmung in der Neuenburger Kantonsregierung war am Nachmittag am Boden. Die Regierung hätte aber genauso gut wütend statt enttäuscht sein können. Nicht über die Tatsache, dass das Volk die Bahnvorlage mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,29 zu 49,71 Prozent oder 400 Stimmen abgelehnt hatte, sondern über das Verhalten der Bevölkerung im oberen Kantonsteil.

Die Stimmbürger in den Regionen Le Locle und La Chaux-de-Fonds, für die das fast eine Milliarde teure Schnellbahnprojekt hauptsächlich gedacht war, stimmten der Vorlage zwar zu, aber die Stimmbeteiligung lag teils deutlich unter dem kantonalen Durchschnitt (51,5 Prozent). Wären sie in grösserer Zahl abstimmen gegangen, wäre die Vorlage wohl durchgekommen. Sogar die Kantonshauptstadt hatte dem Projekt mit 53,77 zu 46,23 Prozent zugestimmt.

«Ich dachte, das Projekt sei gut»

Verkehrsdirektor Claude Nicati (FDP) sagte zerknirscht: «Ich dachte, das Projekt sei gut.» Die Frage, ob das Volk die Regierung abgestraft habe, wies Nicati zurück. Er betonte, auch das Parlament sei für die Schnellbahn gewesen. Auch Regierungspräsident Philippe Gnaegi (FDP) klagte: «Jetzt müssen wir schauen, wie wir unseren Kanton entwickeln.»

Von allen Parteien war nur die SVP geschlossen gegen den Bau der Bahn. SVP-Kantonsrat Raymond Clottu sagte: «Das Projekt war zu ambitioniert. Wir müssen zuerst die Kantonsfinanzen in Ordnung bringen, bevor wir uns an Projekte wie den TransRun machen.»

14 Minuten Fahrzeit

Die Schnellbahn hätte die Gebiete um die Städte Le Locle und La Chaux-de-Fonds verkehrstechnisch besser erschliessen und zu Agglomerationen entwickeln sollen. Die Strecke Neuenburg – La Chaux-de-Fonds wäre unterirdisch als Metro geführt worden, womit sich die Fahrzeit von heute 30 auf 14 Minuten verkürzt hätte. Die Projektkosten waren auf 919 Millionen Franken veranschlagt, 560 Millionen Franken wären für Kanton und Gemeinden angefallen.

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