Noch nie wurden so viele Kinder entführt wie 2018

Im letzten Jahr gab es in der Schweiz über 100 Kindesentführungen. Der Höchststand hängt mit binationalen Ehen zusammen.

Trauriger Rekord: 2018 gab es so viele Kindsentführungen, wie noch nie. (Archiv)

Trauriger Rekord: 2018 gab es so viele Kindsentführungen, wie noch nie. (Archiv)

(Bild: Keystone DPA/Marcel Kusch)

Letztes Jahr ist es in der Schweiz zu mehr als 100 Kindesentführungen gekommen – so viele wie noch nie. Das berichtet die «NZZ am Sonntag» unter Verweis auf eine neue Statistik des Bundesamts für Justiz sowie auf Angaben des Internationalen Sozialdienstes Schweiz. 68 betrafen Entführungen in Staaten, die das sogenannte Haager Übereinkommen über Kindesentführungen unterzeichnet haben, 35 bis 40 solche in Nicht-Haager-Staaten.

Namentlich haben die Entführungen in Haager-Staaten in den letzten zehn Jahren um fast fünfzig Prozent zugenommen und 2018 einen Höchststand erreicht. Das hat dem Bericht zufolge damit zu tun, dass immer mehr binationale Ehen geschlossen, aber auch immer mehr binationale Ehen geschieden werden.

Deshalb steigt seit Jahren auch die Zahl der Väter und Mütter, die ihr Kind illegal und gegen den Willen des anderen Elternteils in ein anderes Land bringen.

Rekordmarke auch bei Rückführungen

Das Haager-Abkommen wurde 1980 unterzeichnet. Das Abkommen hat das Ziel, Kinder vor den schädlichen Folgen einer Entziehung oder Zurückhaltens über internationale Grenzen hinweg zu beschützen. Es gilt zwischen der Schweiz und 85 weiteren Staaten.

Auch deshalb stieg die Zahl der Fälle, in denen ein Gericht die Rückführung des entführten Kindes in die Schweiz anordnete, auf eine Rekordmarke. Sie lag 2018 bei zwanzig.

Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von Redaktion Tamedia.

TA

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