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Nur noch fünf Autokennzeichen

Kantonskürzel wie BS, BE, ZH oder TI sollen von den Nummernschildern auf Autos verschwinden. Stattdessen gäbe es Zeichen weniger Grossregionen, fordern Anhänger von Kantonsfusionen.

Kantonale Hoheitsabzeichen in Frage gestellt: Ein Mann bei der Herstellung von Tessiner Autonummern in einer Werkstätte im Gefängnis La Stampa in Cadro TI. (24. Juni 2013)
Kantonale Hoheitsabzeichen in Frage gestellt: Ein Mann bei der Herstellung von Tessiner Autonummern in einer Werkstätte im Gefängnis La Stampa in Cadro TI. (24. Juni 2013)
Gabriele Putzu, Keystone

Verfechter von Kantons- und Gemeindefusionen wollen die kantonalen Autonummern abschaffen, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Hierzulande herrsche auf den Autos der Kantönligeist, kritisiert die Organisation «Regio Basiliensis», welche in der Region Basel für grenzüberschreitende Kooperationen lobbyiert.

Deren Geschäftsführer Manuel Friesecke sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Die kantonalen Nummernschilder widersprechen der Realität im Lebensalltag. Sie sollten durch Kontrollschilder mit überregionaler Kennzeichnung ersetzt werden.» Friesecke machte seinen Vorschlag kürzlich an der Föderalismuskonferenz in Solothurn, wo Politiker, darunter Justizministerin Simonetta Sommaruga, unter anderem über «funktionale Räume» diskutierten.

Dabei handelt es sich um Gebiete, die wirtschaftlich oder gesellschaftlich eng verknüpft sind; ihre Grenzen entsprechen immer weniger den Gemeinde-, Bezirks- oder Kantonsgrenzen.

Beispielsweise NWCH

Friesecke begründet seine Autoschilder-Forderung so: «Wir müssen das Denken in grossen Räumen fördern, viele Bürger sind sich zu wenig bewusst, dass die politischen Grenzen oft gar nicht mehr entscheidend sind.» Die Kantönligeist-Autoschilder seien ein Symbol für dieses überholte Denken.

Friesecke schweben schweizweit fünf Autokennzeichen vor. Für seine Region sieht er ein Nordwestschweiz-Nummernschild vor, mit dem Kürzel NWCH, das sowohl in den beiden Basel, in Solothurn und im Aargau gelten würde.

Friesecke erkennt auch im öffentlichen Verkehr Handlungsbedarf. Die Zürcher S-Bahn fahre ja, beispielsweise, nicht nur in Zürich. Interessant: Präsidentin der «Regio Basiliensis» ist Kathrin Amacker, die Kommunikationschefin der SBB. Im Vorstand sitzen ferner Andreas Burckhardt, Verwaltungsratspräsident der Baloise Group, und Franz A. Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel.

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