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Öko-Anarchisten: Verteidigung fordert Freispruch

Die drei Anarchisten, die im April 2010 einen Anschlag auf ein IBM-Labor geplant haben, sollen freigesprochen werden. Dies forderte die Verteidigung vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona.

Rund 50 Sympathisanten demonstrieren vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona. (19. Juli 2011)
Rund 50 Sympathisanten demonstrieren vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona. (19. Juli 2011)
Keystone
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Aus Sicht der drei Anwälte ist die Beweislage für eine Verurteilung nicht ausreichend. Unter anderem zweifeln sie an der Rechtmässigkeit der Beweismittel, die im Rahmen der Verkehrskontrolle am Albispass ZH beschlagnahmt wurden.

Angeblich habe es sich bei dem Polizeiposten nicht, wie von der Bundesanwaltschaft angegeben, um eine zufällige Routinekontrolle gehandelt. Stattdessen sei das Auto gezielt nach Hinweisen der italienischen Behörden abgefangen worden. Mutmassliche vorausgegangene Überwachungsmassnahmen hätten jedoch genehmigt werden müssen.

Entsprechend sei das aufgefundene Material, Sprengstoffe sowie Gasflaschen, Benzinkanister, Anzündewürfel und diverse Werkzeuge, im Rahmen der Beweisführung nicht verwendbar, führten die Anwälte in ihren Plädoyers aus.

Route nicht nachvollziehbar

Zudem waren sich die Anwälte einig, dass zumindest der Anklagepunkt «unbefugte Einfuhr von Sprengstoffen» ausschliesslich auf unhaltbaren Annahmen beruhen würde. Ob die 26-jährige Italienerin, eine der drei Beschuldigten, tatsächlich, wie in der Anklageschrift beschrieben, den Sprengstoff in die Schweiz einführte, sei nicht erwiesen.

Das Trio habe die gesamten Materialen ebenso erst in der Schweiz erstehen können. Ebenfalls sei die aufgeführte Reiseroute der Beschuldigten, die in den Tagen vor der Festnahme von Bergamo (I) aus über Luino (I) und Brissago TI in die Schweiz eingereist sein sollen, nicht mit Sicherheit nachvollziehbar.

Am Ende des Prozesses nutzte die 26-jährige Italienerin das ihr zustehende Schlusswort für eine rund einstündige Ausführung über die weltanschaulichen Hintergründe ihres Handelns. Demnach sei die Gesellschaft durch die Nanotechnologie weitaus grössere Gefahren ausgesetzt als durch den Protest dagegen.

SDA/bru/wid

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