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«Pellis Worte waren populistisch»

Der Liberale Basler Regierungsrat Christoph Eymann kritisiert FDP-Präsident Fulvio Pelli massiv für dessen Äusserungen über Marcel Ospel.

Herr Eymann, Sie waren gegen den Anschluss der Liberalen an die FDP. Nun haben Sie sich an der ersten gemeinsamen Parteiversammlung geärgert. Warum?Ich fand es verfehlt, wie sich FDP-Präsident Fulvio Pelli über Herrn Ospel und dessen Frau, die aus der FDP ausgetreten war, lustig gemacht hat. Die FDP und die Liberalen haben in guten Zeiten diese Boni nie kritisiert, man ist der Wirtschaft nahe; wir haben es gar als Glück empfunden, dass Peter Wuffli Geld gesammelt hat, um die bürgerlichen Werte – konkret die FDP – zu stärken. Dann geht man in schlechteren Zeiten nicht so mit den ehemaligen Verbündeten um. Ich finde das populistisch. Das ist nicht meine Vorstellung einer liberalen Kraft, die stärker werden soll. Ich hätte mehr erwartet und bin sehr enttäuscht über Pellis Worte.

Was hätten Sie denn erwartet?Inhaltliche Aussagen darüber, wo wir thematisch Schwerpunkte setzen wollen; wie wir unser gemeinsames Gedankengut umsetzen. Doch die Fusion ist eine reine Strukturdiskussion: Die einen wollen ihren zweiten Bundesratssitz behalten, die andern bringen keine Fraktion zusammen.

Wenn Sie jetzt die konkrete Diskussion um die Manager-Boni nehmen – wo sollen die liberalen Kräfte inhaltlich ansetzen?Nun schreit man nach gesetzlichen Regelungen. Ich bedaure das. Die Wirtschaft sollte frei sein. Ich glaube, dieses Land hat noch ein paar andere Probleme als die Löhne einiger weniger Manager. Ich empfinde es als Anbiederung, dass man jetzt die Empörung des Volkes auf effekthaschende Art versucht aufzunehmen. Wir sollten mit den Wirtschaftsführern reden, ob sie selbst Vorschläge machen, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Aber gerade eine freisinnige und eine liberale Partei müssten jetzt hinstehen und gewisse Werte verteidigen. Etwa die Unabhängigkeit der Wirtschaft in Lohnfragen. Auch wenn es gegen den aktuellen Trend geht.

Die fehlbaren Manager sollen also ihre Boni nicht zurückzahlen müssen?Nein, ich finde auch diese Forderung etwas populistisch. Wenn, so hätte man die überzogenen Banken-Boni kritisieren sollen, als die Geschäfte noch liefen. Wir sollten jetzt nach vorne schauen und uns ganz nüchtern fragen, ob es Regelungen braucht, und falls ja, welche. Mir wäre am liebsten, die Wirtschaft selbst käme mit Vorschlägen. Aber jetzt einfach der Linken nachzuschwatzen, finde ich billig.

Hat Ihre Bereitschaft, grosszügig über die Verfehlungen hinweg zu sehen, damit zu tun, dass Marcel Ospel ein Basler ist?Nein, bei der UBS waren es keine Verfehlungen, sondern falsche Unternehmensentscheide, die zu kritisieren von Aussenstehenden im Nachhinein leicht ist. Die Politik sollte nicht stimmungslabil, sondern nüchtern reagieren.

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