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Pläne um Gripen-Jets ohne Piloten

Eine Kommission des Nationalrats legt heute ihren Bericht zur Gripen-Beschaffung vor. Ein Zeitungsbericht aus Schweden dürfte nun die Debatte um die neuen Kampfjets zusätzlich anheizen.

Umstritten: Gripen-Kampfjets bei Evaluationsflügen über Emmen.
Umstritten: Gripen-Kampfjets bei Evaluationsflügen über Emmen.
Keystone

«Die Schweden sollen uns jetzt auch noch einen Kampfjet liefern, der unbemannt fliegen kann», berichtet der «Blick» in seiner heutigen Ausgabe. Das Blatt beruft sich auf einen Bericht der schwedischen Fachzeitung «Ny Teknik». Demnach hat Sverker Göranson, Schwedens Armeechef, verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten des Kampfjets der Firma Saab prüfen lassen. Die Rede ist auch von einer «Option C3», die aus einer bemannten und einer unbemannten Version des Gripen JAS 39 NG (Next Generation) besteht. Laut «Ny Tek­nik» wird der unbemannte Gripen ungefähr im Jahr 2030 einsatzbereit sein.

Die bislang geheimen Pläne für die Konstruktion von Gripen-Kampfflugzeugen ohne Piloten dürften in der Schweiz für weiteren Zündstoff in der Kampfjet-Debatte sorgen. Die Unzufriedenheit und Unsicherheit um das künftige Kampfflugzeug der Schweizer Armee ist jetzt schon gross. Das VBS will insgesamt 22 Kampfjets von Saab kaufen. Dabei handelt es sich nach offizieller Darstellung um 16 Gripen E (Einsitzer) und sechs Gripen F (Zweisitzer). Kürzlich machte jedoch die Meldung die Runde, dass Saab aus Kostengründen gar keine Zweisitzer mehr bauen wird, wie der «Blick» berichtet.

Kontroverse um Beteiligung an Entwicklungskosten

Derzeit verhandelt das VBS mit der schwedischen Rüstungsbehörde FXM über die Details der Modalitäten für den geplanten Kauf von 22 Gripen. Wie der «Sonntag» in der letzten Ausgabe berichtete, sollen die Schweden von der Schweiz eine Beteiligung an den Entwicklungskosten verlangt haben. Offenbar geht es um 330 Millionen Franken, wodurch die Gesamtkosten der Gripen-Beschaffung auf 3,46 Milliarden steigen würden. Die Schweiz will sich aber nicht an zusätzlichen Entwicklungskosten beteiligen, wie Verteidigungsminister Ueli Maurer stets betont. Das VBS hält an dem vom Bundesrat festgelegten Maximalbetrag von 3,126 Milliarden Franken fest.

Gemäss den Gripen-Kritikern besteht die Gefahr, dass Kosten einfach vom Entwicklungs- in den Upgradetopf umgelagert werden – und diese späteren Aufrüstungen wird die Schweiz bezahlen müssen. Deshalb ist es entscheidend, welche Ausstattung und welche technische Leistung für den Jet vereinbart werden, den die Schweiz kauft.

Bericht der SiK-Subkommission

Die Risiken der Entwicklungskosten des Gripen dürften auch im Bericht der Subkommission der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) des Nationalrats thematisiert werden. Der Gripen-Bericht wird heute Nachmittag in Bern präsentiert.

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