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Polizei-Taser fordern kaum Verletzte

Gegner warnen vor der Gefährlichkeit der Elektropistole. Eine Polizeistatistik zeigt jedoch: Bei keinem Einsatz gab es bislang Tote oder gravierende Verletzungen.

Kommen bei praktisch allen Polizeikorps zur Anwendung: Ein Beamter aus Genf demonstriert den Einsatz eines Tasers. (27. April 2009)
Kommen bei praktisch allen Polizeikorps zur Anwendung: Ein Beamter aus Genf demonstriert den Einsatz eines Tasers. (27. April 2009)
Salvatore di Nolfi, Keystone

Schweizer Polizisten setzen seit mehreren Jahren Taser ein. Insgesamt 154-mal mussten die Beamten bislang von der Elektroschockpistole Gebrauch machen. Seit der Einführung warnen Gegner von den Gefahren der Waffe. Eine Auswertung der Schweizer Polizeitechnik zeigt nun, dass die Taser sind deutlich weniger gefährlich sind als befürchtet.

Wie die Sendung «10vor10» des SRFberichtet, wird die Waffe zwar immer mehr gezückt. Die Zahl der Verletzten befindet sich aber auf einem sehr tiefen Niveau. Seit 2003 gab es weder Tote noch Schwerverletzte durch den Einsatz von Tasern. Lediglich sieben Personen wurden leicht verletzt. Fünf Personen zogen sich beim Sturz leichte Schürfwunden zu, eine Person war stark benommen, eine weitere zog sich Schnittverletzungen durch ein eigenes Messer zu.

Für die Polizei spricht dies für die gute Ausbildung der einzelnen Beamten. Auch sei der Taser nicht gefährlicher als andere Waffen. «Selbst wenn ich jemanden von Hand zu Boden drücke, riskiere ich leichte Verletzungen», sagt Polizeitechniker Roland Stämpfli zu «10vor10».

Kritik von Menschenrechtlern bleibt

Zu den grössten Kritikern von Tasern gehört die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Laut einem Bericht seien in den USA seit 2001 über 540 Menschen wegen Taser-Einsätzen gestorben. Trotz der positiven Zahlen in der Schweiz warnt die Organisation vor den Elektroschockern. «Der Taser ist eine extrem gefährliche, schmerzhafte und in vielen Fällen zum Tode führende Waffe», sagt Sprecherin Stella Jegher. Je verbreiteter die Waffe, desto grösser sei die Wahrscheinlichkeit, dass «wir in einigen Jahren eine weniger schöne Statistik haben».

Der Taser setzt den Getroffenen für mehrere Sekunden komplett ausser Gefecht. Die Elektroschockwaffe gehört zur Standardausrüstung bei den meisten Polizeikorps in der Schweiz.

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