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Prämien steigen stark – mit überraschender Begründung

Trotz negativer Teuerung erwartet Santésuisse einen happigen Aufschlag der Krankenkassen-Prämien. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Kostenfaktor: Das Studium von Akten wird verrechnet. (Archiv Keystone)
Kostenfaktor: Das Studium von Akten wird verrechnet. (Archiv Keystone)

Santésuisse, der Verband der Schweizer Krankenkassen, hat gegenüber Radio SRFerstmals angegeben, wie stark die Prämien 2016 ansteigen werden. Dabei dürften sich die Prämien um drei bis vier Prozent erhöhen. Zum Vergleich: Schon in diesem Jahr sind die Prämien gegenüber 2014 um rund 3,5 Prozent angehoben worden.

In diversen Kantonen könnten die Kosten für den Konsumenten noch höher werden, wie sich Verena Nold, Direktorin von Santésuisse, gegenüber Radio SRF äussert. «In Kantonen, wo es viele Spezialärzte gibt, also in Zentrumskantonen wie zum Beispiel Zürich, Genf und Basel-Stadt, ist wahrscheinlich mit einem höheren Wachstum zu rechnen als in eher ländlichen Kantonen», erklärt Nold. Der Grund für den Kostenanstieg ist die Tatsache, dass es immer mehr Spezialärzte gibt. Und diese verrechnen immer höhere Summen pro Patient.

Wird gegenüber den Kassen geschummelt?

Nold hat auch festgestellt, dass die Spezialärzte viel mehr «Konsultationen in Abwesenheit des Patienten» in Rechnung stellen. Mit anderen Worten: Sie studieren viel mehr Akten. Ob diesbezüglich zu Lasten der Krankenkassen geschummelt wird, kann die Direktorin von Santésuisse nicht sagen. Man könne nur feststellen, dass es hier ein enormes Kostenwachstum gebe, sagt Nold. Eine Tatsache ist, dass innert zwei Jahren die Aufwendungen für das Aktenstudium um 140 Millionen Franken gestiegen sind.

Ein weiterer Faktor für die höheren Prämien ist, dass Spitäler mehr Behandlungen ambulant anbieten. Das bedeutet, dass die Patienten dort nicht übernachten. Das kostet die Prämienzahler einiges, weil die Kantone den ambulanten Bereich nicht mitfinanzieren.

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