Zum Hauptinhalt springen

Rückbau von Hightech-Bunker kostet bis zu einer Milliarde

Vor sieben Jahren erst wurde in der Schweiz ein geheimes System aus Bunkern fertig gebaut. Nun ist es bereits überflüssig. Der Bundesrat erwägt den Rückbau der Anlagen – und dieser wird teurer als gedacht.

Nicht mehr benötigt: Über 100 Festungsanlagen werden überflüssig - so wie der Bundesratsbunker in Amsteg, der nun von der Swiss Data Safe AG zur Lagerung von Daten benützt wird.
Nicht mehr benötigt: Über 100 Festungsanlagen werden überflüssig - so wie der Bundesratsbunker in Amsteg, der nun von der Swiss Data Safe AG zur Lagerung von Daten benützt wird.
Keystone

Das Schweizer Militär ist vielleicht bald um einen Mythos ärmer: Der Bundesrat beabsichtigt, die geheimen Kampfbunker aufzuheben. Dies sagt Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) in einem Interview in der Nachrichtensendung «10vor10». Ein System von über 100 hochmodernen Bunkern mit Minenwerfer-Kanonen hat die Schweiz in den vergangenen errichten lassen. Erst 2003 wurde das geheime Bauprogramm, das insgesamt eine Milliarde Franken gekostet hat, beendet. Das Bunker-System deckt die Grenze sowie Schlüsselstellen im Mittelland ab.

Doch die Bunker sind offenbar bereits überflüssig. Die Bedrohungslage habe sich geändert, sagt Ueli Maurer im Schweizer Fernsehen. Die Stellungen würden sich heute am falschen Ort befinden. Und die dort stationierten Waffen hätten in zehn bis zwanzig Jahren ihre Lebensdauer erreicht. «Es ist absehbar, dass wir die Waffen nicht mehr brauchen.» Und es lohne sich nicht, ein System zu unterhalten, das man künftig nicht mehr benötige. «Dazu haben wir das Geld nicht mehr.»

Vier Anlagen bereits zurückgebaut

Der Rückbau wird den Steuerzahler einiges kosten: «Wir reden von Hunderten von Millionen, die durchaus die Milliardengrenze erreichen oder gar überschreiten könnten», sagt Maurer. Für die Armee bedeutet die Aufgabe der Festungsanlagen die endgültige Abkehr von der Verteidigungsstrategie des Zweiten Weltkriegs, wie der Verteidigungsminister sagt: «Das ist das Ende des Réduit-Konzepts.»

Gegen die Aufhebung der Bunker gibt es allerdings Widerstand. CVP-Ständerat Bruno Frick, Präsident der sicherheitspolitischen Kommission, fordert den Bundesrat auf, die Stilllegung zu überdenken. Gemäss «10vor10» sind aber bereits die ersten vier Anlagen zurückgebaut worden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch