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SBB droht ein Debakel am Gotthard

Drei Monate vor der Eröffnung des Gotthardbasistunnels proben die SBB den Ernstfall. Jedoch häufen sich die Pannen. Jetzt hat die Tessiner Sektion des Zugpersonals genug.

Durchspielen von möglichen Szenarien: Ein Lösch- und Rettungszug der SBB evakuiert im Rahmen der Rettungsübung «Piora» einen ICN-Neigezug im Gotthardbasistunnel. (27. Februar 2016)
Durchspielen von möglichen Szenarien: Ein Lösch- und Rettungszug der SBB evakuiert im Rahmen der Rettungsübung «Piora» einen ICN-Neigezug im Gotthardbasistunnel. (27. Februar 2016)
SBB/Gian Vaitl, Keystone

Das Bahnpersonal der SBB wird mit Klagen von Kunden überhäuft, denn zwischen Basel, Genf, Zürich und Mailand würden sich Pannen – wie kaputte Toiletten oder ausgefallene Züge – häufen. Alleine am vergangenen Samstag seien auf den Nord-Süd-Linien der SBB drei verschiedene Kompositionen ausgefallen, berichtet die «NZZ am Sonntag». Die SBB hätten Schwierigkeiten, mit den neuen Zügen von Alstom einen stabilen Betrieb hinzubekommen.

Insbesondere die Tessiner Sektion des Zugpersonals habe genug davon, für Defekte den Kopf hinzuhalten, an denen es keine Schuld trägt, so die Zeitung. Die Tessiner hätten darum der Leiterin der SBB-Division Personenverkehr, Jeannine Pilloud, einen Brief geschrieben. Sie werfen ihr vor, dass sie Kundenreklamationen versanden lasse, statt Gegenmassnahmen einzuleiten.

«Absolut ungenügend»

Der Präsident von Pro Bahn, der Interessenvertretung der Kunden des öffentlichen Verkehrs, bezeichnet gegenüber der «NZZ am Sonntag» den Bahnbetrieb zwischen Norden und Süden als «absolut ungenügend». «Was am Gotthard abgeht, ist skandalös», sagt Kurt Schreiber.

Für die SBB ist die Lage besonders unangenehm, weil diese Züge auch im 57 Kilometer langen Gotthardbasistunnel verkehren sollen; dieser wird in drei Monaten eröffnet. Christian Ginsig, Mediensprecher der SBB, räumt technische Störungen auf der Gotthardachse ein. Die SBB seien sich bewusst, dass diese Störungen für die betroffenen Kunden und das Personal mühsam seien. Die Unannehmlichkeiten täten den SBB leid. «Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen», betont Christian Ginsig.

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