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Schweizer Botschafterin musste flüchten

Dramatische Stunden in Bangkok: Nach der Ausweitung der Gewalt hat die Schweizer Botschafterin Christine Schraner Burgener ihr Büro fluchtartig verlassen müssen. Per Telefon schildert sie ihre Erlebnisse.

Ein Mahnmal der Unruhen: Das zerstörte Einkaufszentrum Central World in der Innenstadt Bangkoks.
Ein Mahnmal der Unruhen: Das zerstörte Einkaufszentrum Central World in der Innenstadt Bangkoks.
afp
Weitere Touristen schauen sich die abgebrannte Central World Shopping Mall an.
Weitere Touristen schauen sich die abgebrannte Central World Shopping Mall an.
Reuters
Dicker, schwarzer Rauch hängt über Bangkok.
Dicker, schwarzer Rauch hängt über Bangkok.
Keystone
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«Die Lage ist im Moment sehr unübersichtlich. Niemand wagt es, eine Prognose zu machen», sagte Schraner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Sie sei am frühen Morgen geweckt worden mit der Nachricht einer vertraulichen Quelle, dass die Armee den Demonstrationsplatz auflösen werde. Daraufhin sei grosse Hektik zu spüren gewesen. «Es gab Panzerbewegungen von allen Seiten», sagte die Botschafterin.

Zwischen den ausländischen Botschaftern seien die Drähte heiss gelaufen. «Wir waren relativ erleichtert, dass es nicht wie befürchtet hunderte oder tausende von Toten gab».

Flucht aus dem Büro

Im Anschluss an die Räumung hätten die Demonstranten in mehreren Teilen der Stadt Feuer gelegt. Als am Nachmittag auch in der Ratchadapisek-Strasse, an der das provisorische Büro der Botschafterin liegt, Brände ausbrachen, habe sich das Gebäude sofort verlassen müssen.

Sie habe sich entlang von Stacheldraht und Soldaten einen Weg durch die fast menschenleere Strasse gebahnt. Sie kehrte zurück in das Hotel, wo sie seit der Schliessung der Schweizer Botschaft am Freitag mit ihrer Familie wohnt.

Doch auch hier konnte sie nur eingeschränkt arbeiten. Nach der Attacke auf eine Stromzentrale sei im Hotel die Elektrizität ausgefallen, sagte Schraner. Zudem gebe es erste Berichte über Plünderungen. Es befinden sich jedoch nach Informationen der Botschaft keine Schweizer in Not.

«Die thailändische Regierung wird versuchen in der Nacht die Ordnung wiederherzustellen», sagte Schraner. Ob sie die Gewalteskalation stoppen kann, werde sich erst aber in den nächsten Tagen zeigen.

Nur Dialog kann Land einen

«Um einen politischen Dialog wird man nicht herumkommen», sagte Schraner. Zu gross sei die Spaltung im Land. Die Regierung sei sich dies auch bewusst. Unsicher sei jedoch, ob sie eine Lösung auch umsetzen könne.

Es wird nach Ansicht der Botschafterin noch Monate dauern, bis sich der Tourismus in Bangkok erholt. Auch Schweizer Firmen vor Ort machten sich Sorgen. Es gebe jedoch von den rund 150 Schweizer Firmen nur ganz wenige, die sich ernsthaft Gedanken über einen Standortwechsel machten.

SDA/bru

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