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Schweizer Galerien handeln mit Kulturgütern aus Kriegsgebiet

Kulturgüter aus Syrien tauchen in immer mehr Schweizern Galerien auf. Die Antiken seien legal erworben, sagen Händler und Bund.

Geldquelle der Kriegsparteien: Geschmuggelte Kulturgüter aus der Stadt Palmyra. (3. Juli 2015)
Geldquelle der Kriegsparteien: Geschmuggelte Kulturgüter aus der Stadt Palmyra. (3. Juli 2015)
AP militant website, Keystone

Ein Ring für 14'000 Dollar, eine Schüssel für 38'000 Dollar, eine Büste mit Frau und Kind. Diese Antiken bietet eine Galerie in der Genfer Innenstadt zum Verkauf an. Die hunderte, gar tausende Jahre alten Kulturgüter stammen aus Syrien, einem Land in dem seit 2011 Bürgerkrieg herrscht.

«Seit einem Jahr bieten Händler in der Schweiz vermehrt Kulturgüter aus Syrien an, die im Altertum serienmässig hergestellt worden sind», sagt der Archäologe der Universität Bern, Marc-André Haldimann, zur «NZZ am Sonntag». Die serienmässige Herstellung mache es schwierig, die Herkunft zu beweisen. «Deshalb ist es naheliegend, dass darunter auch Kulturgüter aus Raubgrabungen in Syrien sein können», sagt Haldimann.

«Alles ist legal»

Die Kriegsparteien in Syrien versuchen mit Kulturgütern Geld zu machen. Benno Widmer, Leiter die Fachstelle des Bundesamts für Kultur, sagt aber: «Wir haben bis jetzt keine illegalen Kulturgüter aus Syrien entdeckt.»

Die Händler beteuern, dass die Kunstgegenstände im Jahr 2005 erworben wurden: «Alles, was ich anbiete, ist legal», so etwa der Chef der Genfer Galerie. Bei einer Büste mit Frau und Kind hatte das Bundesamt für Polizei aber Vorbehalte und leitete Ermittlungen ein.

Kontrollen im Auktionshaus

Die Güter kämen dank gefälschter Dokumente in die Schweiz. Das ist problematisch: «Den Behörden fehlen die Mittel, um Echtheit und Aussagewert dieser Dokumente zu überprüfen», sagt Widmer.

Das Bundesamt für Kultur führt Kontrollen durch an der Grenze und im Kunsthandel durch. Dass die Kontrolltätigkeit mangelhaft sei, lässt Widmer nicht gelten: «Die Kontrollen an der Grenze sind wirksam.»

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