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Seife in Spitälern mit Bakterien verseucht

Die Universitätsspitäler von Lausanne und Genf haben bei einer Kontrolle Krankheitserreger in Flüssigseife gefunden. Nun wird geprüft, ob Patienten zu Schaden kamen.

Die beiden Spitäler haben 16'000 Seifenbehälter aus dem Verkehr gezogen: Packungen der infizierten Seife. (14. Januar 2013)
Die beiden Spitäler haben 16'000 Seifenbehälter aus dem Verkehr gezogen: Packungen der infizierten Seife. (14. Januar 2013)
Keystone

Die Universitätsspitäler Lausanne (CHUV) und Genf (HUG) haben Ende der vergangenen Woche eine Seife aus dem Verkehr gezogen, die mit Bakterien verseucht war. Das Produkt enthielt «Pseudomonas aeruginosa», welches Krankenhaus-Infektionen auslösen kann.

Bisher wurde keine Infektion von Patienten durch die Seife festgestellt. Die Verunreinigung wurde von den Zeitungen «L'Impartial» und «L'Express» publik gemacht. Das CHUV lud anschliessend kurzfristig zu einer Medienkonferenz ein.

Bei Kontrolle entdeckt

Die Infektion wurde am vergangenen Mittwoch während einer regelmässig durchgeführten Kontrolle auf der Intensivstation für Erwachsene des CHUV entdeckt, wie Professor Giorgio Zanetti, Chef Präventivmedizin des Spitals, vor den Medien sagte.

Die Seife wurde gemäss Professor Zanetti wurde nur in normalen Bereichen verwendet und nicht in sterilen Abteilungen wie Operationssälen. Das CHUV zog 7000 Behälter der seit Februar 2012 verwendeten Seife sofort aus dem Verkehr.

Es warnte auch das Universitätsspital Genf, welches vom gleichen Lieferanten Seife bezog. Auch das Genfer Spital zog seine 9000 Seifenbehälter aus dem Verkehr. Es sind keine weiteren Einrichtungen betroffen.

Gefährlich für geschwächte Patienten

Bisher gebe es keine Belege für einen Kausalzusammenhang mit Infektionen, die bei Patienten festgestellt wurden, sagte Zanetti. Die notwendige Analyse dauere mehrere Wochen. Man müsse nun mindestens bis in den Februar 2012 zurückgehen.

Die Menschen seien täglich mit «Pseudonomas aeruginosa» konfrontiert, ohne dass es eine Gefahr für sie wäre. Andererseits stelle das Bakterium für Patienten, die durch schwere Krankheiten geschwächt seien, eine Gefahr dar und könne vielfältige Infektionen auslösen.

Zanetti bestätigte im Interview mit den Zeitungen, dass das Bakterium bei Patienten mit schweren Brandverletzungen gefunden wurde. Bei diesen Patienten sei dies jedoch alles andere als selten, hielt Zanetti fest. Man könne erst nach Abschluss der Untersuchung in einigen Wochen sagen, ob die Bakterien von der Seife verursacht wurden.

Lieferant veranlasste Analysen

Man habe sehr schnell mit dem Lieferanten Kontakt aufgenommen, der eine Analyse des Problems veranlasst habe, fügte Zanetti hinzu. Dass es sich um ein biologisches Produkt handle und nicht konform für ein Spital sei, sei erst eine Arbeitshypothese.

Aufgrund von Stichproben von Produkten der vergangenen zwei Jahre nehme der Lieferant derzeit Analysen vor. Das CHUV und das HUG sind seine einzigen Kunden, die Seife ist im freien Handel nicht erhältlich. Der Verkauf, die Herstellung und das Lager wurden blockiert.

SDA/mw

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