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Sommaruga sagt Zuhältern den Kampf an

Die Schweiz tut zu wenig, um zu verhindern, dass Menschen wie Ware behandelt und benutzt werden, sagt Simonetta Sommaruga. Sie präsentiert heute in Bern einen Aktionsplan gegen Menschenhandel.

«Menschenhandel lange nicht genug ernst genommen»: Simonetta Sommaruga spricht in Bern zu den geplanten Massnahmen am Europäischen Tag gegen Menschenhandel. (18. Oktober 2012)
«Menschenhandel lange nicht genug ernst genommen»: Simonetta Sommaruga spricht in Bern zu den geplanten Massnahmen am Europäischen Tag gegen Menschenhandel. (18. Oktober 2012)
Keystone

Die Schweiz sucht nach Möglichkeiten, Menschenhandel zu bekämpfen. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat heute einen «Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel» präsentiert. Sommaruga will damit das Bewusstsein schaffen, dass genauer hingeschaut werden muss.

«Menschenhandel findet auch in der Schweiz statt», hält der Aktionsplan einleitend fest. Kennzeichnend sei, dass das Selbstbestimmungsrecht der Opfer verletzt werde und sie wie Ware gehandelt und benutzt würden.

Menschenhändler abschrecken

Die Schweiz stehe in der Pflicht, alle nötigen und möglichen Vorkehrungen zu treffen, damit diese Menschenrechtsverletzung verhindert werde und die Opfer geschützt und unterstützt würden. Der Aktionsplan zeigt nun den nationalen Handlungsbedarf auf und präsentiert Strategien und Anstrengungen gegen diese Form der Kriminalität.

Konkret sollen die Öffentlichkeit, aber auch Spezialisten, vermehrt informiert und sensibilisiert werden, um aufzuzeigen, dass Menschenhandel in der Schweiz nicht toleriert werde. Weiter sollen Menschenhändler stärker verfolgt werden, um sie abzuschrecken.

Die Kantone in die Pflicht nehmen

«Wir haben das Problem Menschenhandel lange nicht genug ernst genommen», sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga in einem Interview mit 20min.ch. Frauen aus meist ärmlichen Verhältnissen würden mit falschen Versprechungen in die Schweiz gelockt, eingesperrt und von der Aussenwelt abgekapselt.

Die Ausbeuter zerstörten systematisch ihr Selbstwertgefühl. «Und all das passiert mitten unter uns, in unserem hochzivilisierten Land. Wer davon weiss, dem ist klar, dass dringend mehr dagegen unternommen werden muss.»

Die Schweiz sei aber in den letzten Jahren nicht untätig gewesen. So habe die Koordinationsstelle gegen Menschenschmuggel die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Polizei und Staatsanwaltschaften enger mit Opferhilfestellen und Frauenorganisationen zusammenarbeiteten. Einige – aber nicht alle Kantone – hätten ebenfalls bereits «sehr viel unternommen». Die Koordinationsstelle fordert von den Kantonen runde Tische und wünscht, dass Frauenschutzorganisationen finanziell unterstützt werden.

SDA/fko

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